Handelsforschung rückt Zölle und Lieferketten in den Fokus
Zölle, Industriepolitik und geopolitische Fragmentierung standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Konferenz der Banca d’Italia und der Europäischen Zentralbank in Rom. Diskutiert wurden auch Folgen für Verbraucher und einkommensschwache Haushalte.
Zölle treffen auf Unternehmensstrategien
Die Banca d’Italia und die Europäische Zentralbank (EZB) veranstalteten am 29. und 30. Oktober 2026 in Rom ihre fünfte Konferenz zu Handel, Wertschöpfungsketten und finanziellen Verflechtungen der Weltwirtschaft.
Forschende aus Hochschulen und wirtschaftspolitischen Institutionen nahmen teil.
Andrea Brandolini, Generaldirektor für Wirtschaft, Statistik und Forschung der Banca d’Italia, eröffnete die Veranstaltung.
Hauptvorträge hielten Felix Tintelnot von der Duke-Universität und Paola Conconi von der Universität Oxford.
Im Zentrum standen Auswirkungen der Handels- und Industriepolitik auf Wirtschaftstätigkeit, Innovation und Preise.
Forschungsbeiträge behandelten Reaktionen multinationaler Unternehmen auf Zölle sowie Kosten nichttarifärer Hemmnisse und Ursprungsregeln.
Handelswege unter geopolitischem Druck
Weitere Beiträge untersuchten Beschränkungen beim Zugang zu Halbleitern und kritischen Rohstoffen.
Die Konferenz behandelte geopolitische Fragmentierung, Verbindungen zwischen Kredit und Handel sowie die Umgehung von Sanktionen über Vermittler in Drittländern.
Untersuchungen gestörter Seeverkehrsrouten zeigten, wie breiter gestreute Lieferanten und alternative Transportmittel Unternehmen bei der Anpassung an Schocks helfen können.
Die nächste Ausgabe der Konferenz ist für Herbst 2027 geplant.
Verbraucherfolgen gehören auf die Agenda
Die Diskussionen betonten, dass die Bewertung von Handelspolitik auch Verbraucherfolgen erfassen muss.
Besonderes Augenmerk galt dabei Haushalten mit niedrigen Einkommen.
Die Vortragsunterlagen sollen demnächst auf der Internetseite der Banca d’Italia verfügbar sein.