Kreditvergabe in Italien legt um 3,1 Prozent zu
BDI Daten

Kreditvergabe in Italien legt um 3,1 Prozent zu

Das Kreditvolumen italienischer Banken und der CDP stieg im zweiten Quartal 2026 um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,86 Billionen Euro. Während Darlehen an private Haushalte um 3,2 Prozent zulegten, schrumpfte die Kreditvergabe an Kleinunternehmen um 3,6 Prozent.

Woh­nungs­bau­kre­di­te und regionale Dynamik

Im zweiten Quartal 2026 belief sich der Kreditbestand italienischer Banken und der Cassa Depositi e Prestiti (CDP) auf 1.859,3 Mrd. Euro, wovon 1.753,8 Mrd. Euro auf inländische Kunden entfielen.

Wohnungsbaukredite für Privathaushalte erreichten 424,7 Mrd. Euro; das Neugeschäft lag bei 13,2 Mrd. Euro, ergänzt durch 501 Mio. Euro an Umschuldungen.

Regional zeigte sich eine deutliche Spreizung beim Kreditwachstum: Mittelitalien führte mit einem Zuwachs von 5,2 Prozent, getrieben von Latium mit 6,7 Prozent.

Der Nordwesten verzeichnete ein Plus von 2,5 Prozent, Nordost- und Süditalien jeweils 2,4 Prozent, während die Kredite auf den Inseln um 0,1 Prozent sanken.

Einlagenzufluss und wachsende Ver­mö­gens­ver­wal­tung

Die Bankeinlagen erreichten im Juni 2026 ein Gesamtvolumen von 2.249,3 Mrd. Euro, wovon 1.425,3 Mrd. Euro auf Girokonten lagen.

Parallel stieg das von Banken und CDP verwaltete Kundenvermögen auf 3.418,1 Mrd. Euro, nach 3.028,6 Mrd. Euro im Vorjahresquartal.

Die Einlagenzinsen für Sichteinlagen verharrten auf niedrigem Niveau: Bei privaten Haushalten reichten die gewichteten Durchschnitte von 0,09 Prozent für Beträge unter 50.000 Euro bis 0,42 Prozent für Einlagen über 250.000 Euro.

Zweispaltige Kre­dit­wirk­lich­keit

Die Daten offenbaren eine deutliche Schieflage: Während Baukredite zulegen, bricht die Finanzierung kleiner Betriebe um 3,6 Prozent ein.

Gleichzeitig verharren Sparzinsen im Keller, was die Bankmargen auf Kosten der Einleger stützt.

Für die wirtschaftliche Entwicklung Italiens wird dieser selektive Kreditfluss zum Wachstumsrisiko.

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