BDI und CEPR beleuchten Reallöhne und mentale Gesundheit
Die Banca d'Italia und das CEPR haben am 21. und 22. September 2026 einen gemeinsamen Workshop zu Arbeitsmarktpolitik und Institutionen veranstaltet. Spitzenforscher analysierten die Reaktionen von Unternehmen und Beschäftigten auf ökonomische Schocks.
Starre Lohnnormen und der Einfluss des Arbeitsplatzes
Erik Hurst von der University of Chicago zeigte anhand US-amerikanischer Gehaltsdaten, dass starre betriebliche Normen für Nominalanpassungen bei unerwarteter Inflation zu anhaltenden Reallohnverlusten führen.
Zwar reagierten einige Beschäftigte durch Jobwechsel oder Sonderanpassungen außerhalb regulärer Zyklen, viele erlitten jedoch reale Einbußen.
Barbara Petrongolo von der University of Oxford wies mit dänischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer- und Gesundheitsdaten nach, dass Erwerbstätigkeit die psychische Gesundheit messbar stärkt.
Dabei variiert das seelische Wohlbefinden systematisch zwischen den Betrieben: Arbeitsplatzwechsel belegen, dass Unternehmen das Wohlbefinden direkt beeinflussen.
Mikrodaten gegen Marktverzerrungen
Neben den Hauptvorträgen diskutierten die Teilnehmer Lohnsetzung, Marktmacht von Unternehmen, Kündigungsschutz und Arbeitsplatzsuche.
Weitere Schwerpunkte bildeten Migration sowie geschlechter- und familienbezogene Ungleichheiten.
Die vorgestellten Arbeiten verknüpften detaillierte administrative Mikrodaten mit strukturellen Modellen, um Anpassungsprozesse an institutionelle Rahmenbedingungen und die Wirksamkeit staatlicher Arbeitsmarktpolitiken zu entschlüsseln.
Notwendige Evidenz für die Praxis
Die Befunde belegen, dass Standardmodelle ohne betriebliche Mikrodaten die realen Verteilungseffekte von Inflation grob unterschätzen.
Zudem liefert die Verbindung von Gesundheits- und Lohndaten neue Argumente für Arbeitsmarktpolitik.
Für Notenbanken und Regulierer ist dieser empirische Detailblick unverzichtbar.