Angelini fordert Qualifizierung für Afrikas Energie- und KI-Ausbau
Paolo Angelini, Erster Stellvertretender Gouverneur der Banca d’Italia, fordert den gemeinsamen Ausbau von Infrastruktur und Qualifikationen in Afrika. Er sprach am 26. Oktober 2026 zur Eröffnung der zweiten Agorà-Konferenz in Palermo.
600 Millionen Arbeitskräfte brauchen Perspektiven
Afrikas Erwerbsbevölkerung erreichte 2025 rund 600 Millionen Menschen; bis 2050 soll sie sich laut Weltbank mehr als verdoppeln.
Angelini verbindet Beschäftigung und Produktivität mit Qualifizierung, Energiezugang und künstlicher Intelligenz (KI).
2024 hatten fast 600 Millionen Menschen keinen Stromzugang.
Mission 300 erreichte seither rund 60 Millionen in 40 Ländern; Weltbankgruppe und Afrikanische Entwicklungsbank wollen bis 2030 insgesamt 300 Millionen erreichen.
Italiens Mattei-Plan soll bis dahin fast 9 Millionen versorgen.
Laut Internationaler Energieagentur (IEA) kostet die Finanzierung sauberer Energieprojekte zwei- bis dreimal so viel wie in Industrieländern und China.
Angelini nennt gesamtwirtschaftliche Risiken, institutionelle Schwächen und fehlende Fachkräfte als Hindernisse.
Anwendungen statt eigener Spitzenmodelle
Angelini priorisiert die Nutzung bestehender KI-Technologien vor der Entwicklung eigener Spitzenmodelle.
Anwendungen müssen lokale Sprachen und begrenzte Infrastruktur berücksichtigen.
In Ostafrika hilft ein netzunabhängiges Mobiltelefonwerkzeug bei Pflanzendiagnosen; in Ghana erzielte ein Mathematiktutor per Textnachrichten Lernfortschritte entsprechend einem zusätzlichen Schuljahr.
Lesen, Rechnen, Problemlösen und verlässliche Daten bleiben nötig.
In der IEA-Befragung 2025 waren fehlende interne Digitalkompetenzen das größte Hindernis für KI im Energiesektor.
Beschäftigung als Maßstab
Angelini will Ausbildung nicht allein an Teilnehmerzahlen, sondern an produktiver Beschäftigung messen.
Höhere Produktivität durch KI garantiert nach seinen Worten keine besseren Arbeitsplätze.
Agorà schlägt er als regelmäßiges Forum vor, das Projektfortschritte, Engpässe und nächste Prioritäten prüft.