Italien übernimmt höhere Risikopuffer für Österreich-Geschäft
BDI Press

Italien übernimmt höhere Risikopuffer für Österreich-Geschäft

2 Prozent ab September 2026: Italien übernimmt die in Österreich beschlossene Anhebung des sektoralen Systemrisikopuffers. Für Banken mit relevanten Exposures über 100 Millionen Euro steigt die Anforderung schrittweise.

Verschärfte Vorgaben für Österreich-Exposures

Die Banca d'Italia führt die Anerkennung der österreichischen makroprudenziellen Maßnahme gemäß der Empfehlung ESRB/2026/2 des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken fort.

Italienische Institute und Bankengruppen müssen für Risikopositionen gegenüber nichtfinanziellen Unternehmen des österreichischen Bau- und Immobiliensektors künftig einen höheren sektoralen Systemrisikopuffer halten.

Die geforderte Quote steigt auf konsolidierter, teilkonsolidierter und Einzelebene zum 1. September 2026 auf 2 Prozent und zum 1. Juli 2027 weiter auf 3,5 Prozent.

Um kleineren Instituten den Verwaltungsaufwand zu ersparen, greift eine Freigrenze: Kreditinstitute, deren maßgebliche Risikopositionen unter der Schwellengrenze von 100 Millionen Euro liegen, sind von der Pflicht vollständig ausgenommen.

Schrittweise Aufstockung gegen Re­gu­lie­rungs­ar­bi­tra­ge

Die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hatte den ursprünglichen Puffer von 1 Prozent im Jahr 2025 eingeführt, woraufhin die Banca d'Italia die Maßnahme im Januar 2026 erst-reziprozierte.

Nach einer erneuten Anhebung durch die FMA im März 2026 forderte der ESRB die nationalen Aufsichtsbehörden auf, die höheren Quoten ebenfalls zu spiegeln.

Ziel der Koordinierung über die ESRB-Empfehlungen ist es, Regulierungsarbitrage innerhalb des EU-Binnenmarkts zu verhindern und sicherzustellen, dass ausländische Institute bei Krediten in Österreich dieselben Kapitalanforderungen erfüllen wie heimische Banken.

Konsequenter Schutz mit Augenmaß

Die Spiegelung unterstreicht das Funktionieren des europäischen Aufsichtsrahmens gegen regionale Systemrisiken.

Die Freigrenze von 100 Millionen Euro bewahrt kleinere Institute sinnvoll vor unnötiger Bürokratie.

Für Großbanken ist die Anhebung auf 3,5 Prozent eine kalkulierbare, aber reale Kapitalbelastung.