Panetta fordert breitere Absicherung gegen Klimaschäden
BDI Rede

Panetta fordert breitere Absicherung gegen Klimaschäden

Mehr als 200 Mrd. Dollar direkte Schäden verursachte Extremwetter 2025. Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d’Italia, fordert am 19. Oktober 2026 in Manila bessere Risikodaten, breitere Versicherungsdeckung und mehr Investitionen in Klimaanpassung.

Verluste auf mehrere Schultern verteilen

Die direkten Extremwetterschäden lagen 2025 mehr als doppelt so hoch wie Anfang der 2000er Jahre.

Auf der Konferenz Green Swan 2026 fordert Panetta eine gestufte Absicherung: Versicherer tragen kleinere, häufigere Schäden, Rückversicherer größere und diversifizierte Risiken.

Staaten sichern Extremereignisse jenseits privater Kapazitäten ab; Katastrophenanleihen erschließen zusätzliches Kapital.

Italien führte für Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft eine Pflichtversicherung gegen Überschwemmungen, Erdbeben und Erdrutsche mit staatlicher Rückendeckung ein.

Das Modell folgt dem unter Italiens G7-Präsidentschaft 2024 entwickelten Rahmen, den Frankreichs Präsidentschaft 2026 bekräftigte.

Prämien müssen Risiken abbilden, Deckung bezahlbar bleiben und Präventionsanreize erhalten werden.

Daten verbessern, bestehende Mandate erfüllen

Klimapolitik bleibt laut Panetta vorrangig Regierungsaufgabe.

Zentralbanken und Aufseher müssen Klimarisiken für Inflation, Wirtschaft und Finanzstabilität innerhalb bestehender Mandate erfassen.

Datenlücken und lokale Extremereignisse erschweren Messung und Bepreisung.

Banken sollen Klimarisiken in Kredit-, Markt- und operationelle Risiken integrieren.

Anpassungsinvestitionen sind besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern unterfinanziert.

Entwicklungsbanken können über Garantien und Mischfinanzierungen privates Kapital mobilisieren.

Vorsorge statt wiederholter Wiederaufbau

Panetta hält Anpassung grundsätzlich für günstiger als wiederholten Wiederaufbau.

Hohe Schulden begrenzen jedoch Investitionen, während neue Klimaschäden die Staatsfinanzen weiter belasten.

Risikoteilung und Prävention sollen verhindern, dass Naturkatastrophen breitere Wirtschafts- und Finanzkrisen auslösen.

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