G7 simuliert weltweiten Cyberangriff auf Finanzsektor
Die G7 Cyber Expert Group hat ihre grenzüberschreitende Koordinierungsübung 2026 erfolgreich abgeschlossen. Aufsichtsbehörden, Finanzministerien und Zentralbanken erprobten am 18. Mai die gemeinsame Abwehr schwerer Cyberangriffe auf das Finanzsystem.
Simulation eines globalen Angriffs
Die G7 Cyber Expert Group (CEG) schloss am 18. Mai 2026 ihre grenzüberschreitende Koordinierungsübung (CBCE) ab.
Bei der Simulation eines großflächigen Cyberangriffs arbeiteten Finanzministerien, Zentralbanken, Bankenaufsichtsbehörden und Marktregulierer aller G7-Staaten zusammen.
Ziel war es, die Reaktionsfähigkeit, Wiederherstellungsprozesse und Krisenkommunikation im Finanzsektor zu testen.
Die Maßnahme baut auf den Ergebnissen der vorherigen Übung aus dem Jahr 2024 auf.
Bank-of-England-Vizechefin Clare Lombardelli betonte: „Störungen durch Cyberangriffe können Grenzen überschreiten, weshalb eine koordinierte internationale Antwort essenziell ist.“
Zudem verabschiedete die Gruppe eine langfristige Strategie für regelmäßige Simulationen.
Fokus auf neue Bedrohungen
Der US-Stellvertreter Francis Brooke verwies im Hinblick auf die anstehende US-G7-Präsidentschaft auf die Notwendigkeit vertiefter praktischer Kooperation.
Die Cyber Expert Group koordiniert die Cybersicherheitspolitik der G7 und veröffentlichte zuletzt wegweisende Leitfäden.
Dazu gehören eine Erklärung zu KI und Cybersicherheit aus dem Jahr 2025, Best Practices für Wiederanbindungskonzepte sowie 2026 eine Stellungnahme zum Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie.
Angesichts der zunehmenden Vernetzung bleibt der zeitnahe Informationsaustausch eine vorrangige Priorität.
Notwendig, aber ohne Härtetest
Die G7-Übungen belegen das gewachsene Bewusstsein für grenzüberschreitende Cyberrisiken im Finanzsektor.
Dennoch bleiben getrennte nationale Zuständigkeiten im Ernstfall die Schwachstelle der Finanzarchitektur.
Erst ein realer Großangriff wird zeigen, ob die eingeübten Prozesse der behördlichen Hektik standhalten.