Friaul-Julisch Venetien wächst bei steigender Inflation
Friaul-Julisch Venetiens Wirtschaft wuchs laut Banca d’Italia im ersten Halbjahr 2026 real um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beschäftigung stieg um 2,8 Prozent; die Inflation erreichte im September 2026 jedoch 4,2 Prozent.
Öffentliche Investitionen stützen die Expansion
Das regionale BIP wuchs im ersten Halbjahr 2026 ebenso stark wie Italiens Wirtschaft.
Die industrielle Wertschöpfung legte real um 0,8 Prozent zu.
Die Exporte sanken nominal um 9,6 Prozent, vor allem wegen geringerer Schiffsauslieferungen; ohne Schiffbau stiegen sie um 2,2 Prozent.
Ohne Transportmittel stagnierten die realen Ausfuhren nahezu bei einem Plus von 0,2 Prozent.
Die Immobilieninvestitionen der lokalen Verwaltungen erhöhten sich um rund 13 Prozent auf 387 Mio. Euro.
Bis Juni erreichten die Auszahlungen des nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) 1.989 Mio. Euro: 70 Prozent der regional zugewiesenen Mittel gegenüber 62 Prozent landesweit.
Die touristischen Übernachtungen stiegen von Januar bis September um 1,1 Prozent.
Mehr Beschäftigung, begrenzter Kaufkraftgewinn
Im ersten Halbjahr 2026 sank die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent.
Das verfügbare Haushaltseinkommen stieg nominal um 2,7 Prozent, real um 0,4 Prozent; der reale Konsum wuchs um 0,9 Prozent.
Im Juni lagen Unternehmenskredite 4,3 Prozent unter Vorjahr, ohne Schiffbau jedoch 0,9 Prozent darüber.
Kredite kleiner Firmen sanken um 3,9 Prozent.
Haushaltskredite von Banken und Finanzgesellschaften wuchsen um 3,3 Prozent.
Im zweiten Quartal kosteten neue Wohnungsbaukredite effektiv 3,8 Prozent, Investitionskredite für Unternehmen 4,1 Prozent.
Liquidität trifft auf Investitionszurückhaltung
Hohe Liquidität und geringe Investitionsneigung begrenzen laut Bericht die Kreditnachfrage der Unternehmen.
Zugleich belasten höhere Energiepreise die Kaufkraft und die Investitionspläne für 2027.
Die Kreditqualität bleibt stabil: Die Neuausfallraten bis Juni 2026 betragen bei Firmen 1,1 Prozent und bei Haushalten 0,4 Prozent.