Über 750 Experten tauschen sich zu KI und digitalem Euro aus
BDI Press

Über 750 Experten tauschen sich zu KI und digitalem Euro aus

In der ersten Hälfte 2026 haben mehr als 750 Fachleute aus 61 Zentralbanken an den technischen Kooperationsinitiativen der Banca d'Italia teilgenommen. In insgesamt 49 Veranstaltungen standen Themen wie künstliche Intelligenz, SupTech und der digitale Euro im Mittelpunkt.

Technologischer Wandel und digitale Zahlungssysteme

Die Formate der Banca d'Italia umfassten im ersten Halbjahr 2026 Seminare, Webinare, Studienbesuche und Konsultationen.

Inhaltlich deckten die Veranstaltungen das gesamte Spektrum moderner Zentralbankarbeit ab: Von der Nutzung von Big Data und Machine Learning für Inflationsprognosen bis hin zu konkreten Anwendungsfällen generativer KI in der Bankenaufsicht (SupTech).

Ein Schwerpunkt lag auf den TARGET-Services des Eurosystems mit T2, T2S, TIPS und dem neuen Collateral-Management-System ECMS.

Zudem wurden strategische Fragen rund um den digitalen Euro und Großhandels-CBDCs mit internationalen Partnern vertieft.

Auch EU-finanzierte Programme für Notenbanken auf dem Westbalkan und in Afrika wurden weitergeführt, um Kapazitäten gezielt aufzubauen und die Anbindung an das ESZB zu stärken.

Resilienz und Kooperation in Zeiten der Fragmentierung

Neben technologischen Innovationen stand die operative Resilienz im Fokus.

Ein internationales Webinar beleuchtete Strategien zur Aufrechterhaltung kritischer Funktionen bei Cyberrisiken und Systemstörungen.

Ergänzend kam im Juni die Arbeitsgruppe für Zentralbankkooperation in Amsterdam zusammen, um gemeinsame Initiativen unter Führung der Deutschen Bundesbank abzustimmen.

Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen gewinnt dieser Fachaustausch zwischen EU-Zentralbanken, internationalen Finanzinstitutionen und Drittstaaten zunehmend an strategischer Bedeutung.

Wissensnetzwerk mit Handlungsbedarf

Die Initiative belegt den hohen Bedarf an globalem Fachaustausch bei KI und digitalen Währungen.

Doch viele Seminare verharren im Unverbindlichen, während die operativen Standards weiter auseinanderdriften.

Ohne konkrete Umsetzungsprojekte bleibt der Erkenntnisgewinn für die Praxis überschaubar.

Quelle: Newsletter No. 26 - July 2026

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