China prägt globalen Automobilmarkt neu: E-Mobilität und Handel
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China prägt globalen Automobilmarkt neu: E-Mobilität und Handel

Eine neue Studie der Banca d'Italia (BDI) analysiert die strukturellen Veränderungen im globalen Automobilsektor seit der Pandemie. Sie zeigt eine ungleiche Erholung, Chinas Aufstieg zur E-Mobilitätsmacht und eine zunehmende Marktfragmentierung durch Handelspolitik.

Chinas Aufstieg und ungleiche Erholung

Die globale Automobilindustrie durchläuft seit der COVID-19-Pandemie tiefgreifende strukturelle Veränderungen.

Die Erholung des Marktes verlief äußerst ungleichmäßig: Während Chinas Fahrzeugverkäufe das Vorkrisenniveau übertrafen, blieben die Absatzzahlen in fortgeschrittenen Volkswirtschaften – insbesondere in der Europäischen Union – deutlich unter den Werten von 2019.

Dies spiegelt eine geschwächte Kaufkraft und politische Unsicherheit wider.

China hat sich rasant zum weltweit größten Produzenten und Exporteur von Elektrofahrzeugen (EVs) entwickelt, gestützt durch eine konsequente Industriepolitik und die Dominanz in der Batterielieferkette.

Chinesische Hersteller verfügen über einen geschätzten Kostenvorteil von 30 bis 45 Prozent gegenüber westlichen Wettbewerbern.

Europäische, japanische und koreanische OEMs stehen unter massivem Druck durch die chinesische Elektrifizierungswelle, Handelsfragmentierung und den Übergang zu softwaredefinierten Fahrzeugen, wo chinesische Firmen einen Vorsprung von zwei bis drei Jahren haben sollen.

Selbst US- und EU-Schutzmaßnahmen, wie prohibitive Zölle und Ausgleichsabgaben, zeigten nur begrenzte Wirkung; so stiegen die Pkw-Importe der EU aus China im Jahr 2025 um fast 30 Prozent.

Herausforderungen für westliche Märkte

Die unvollständige Erholung der Automobilmärkte in fortgeschrittenen Volkswirtschaften spiegelt eine geschwächte Erschwinglichkeit und die hohen Kosten der Elektrifizierung wider.

Fahrzeugpreise stiegen nach Lieferengpässen und blieben aufgrund höherer Finanzierungskosten und strengerer Vorschriften erhöht.

Hersteller verlagerten sich zudem auf margenstärkere Modelle.

In der EU verstärkten sich diese Effekte durch die Integration in globale Wertschöpfungsketten, Halbleiterengpässe und gestiegene Energie- und Inputkosten.

Die Pkw-Zulassungen blieben hier rund 2,5 Millionen Fahrzeuge unter dem Vorkrisenniveau.

Auch in den USA führten teurere Modelle und politische Unsicherheiten zu einem Nachfragerückgang von etwa einer Million Einheiten unter dem Vorkrisenwert.

Neue Weltordnung im Automobilbau

Die Studie zeichnet das Bild einer tiefgreifenden Umwälzung im globalen Automobilsektor.

Divergierende Politikansätze führen zu einer Zersplitterung der Märkte und erhöhen die Kosten für Hersteller massiv.

Dies beschleunigt eine strukturelle Neuausrichtung, bei der westliche OEMs ihre Strategien dringend anpassen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren.