Italien: Demografie senkt Konsumausgaben, Wohnkosten steigen
Drei Ökonomen der Banca d'Italia untersuchten den Einfluss demografischer Veränderungen auf die Konsumausgaben italienischer Haushalte von 1997 bis 2023. Demnach sank die durchschnittliche reale Haushaltsausgabe, maßgeblich beeinflusst durch kleinere Haushaltsgrößen und einen steigenden Anteil der Wohnkosten.
Kleinere Haushalte, weniger Konsum
Die Studie analysiert, wie demografische Veränderungen das Konsumverhalten italienischer Haushalte zwischen 1997 und 2023 beeinflusst haben.
Die durchschnittlichen realen Haushaltsausgaben sind in diesem Zeitraum erheblich gesunken.
Dazu trugen maßgeblich die Abnahme der durchschnittlichen Haushaltsgröße und der Anteil von Paaren mit Kindern bei, die typischerweise höhere Ausgaben haben.
Die Alterung der Bevölkerung hatte hingegen nur einen begrenzten Einfluss auf diesen Trend.
Gleichzeitig stieg der Anteil der Ausgaben für Wohnen und Nebenkosten erheblich an, was hauptsächlich auf relative Preisdynamiken und, in geringerem Maße, auf die Zunahme von Einpersonenhaushalten zurückzuführen ist.
Diese demografischen Verschiebungen milderten jedoch den Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs.
Datenpuzzle aus 25 Jahren
Die Analyse stützt sich auf Mikrodaten der italienischen Haushaltsbudgeterhebung (HBS) von 1997 bis 2023.
Die Autoren quantifizieren den Einfluss demografischer Faktoren wie Haushaltstyp, Alterung und Haushaltsgröße, während sozioökonomische Merkmale kontrolliert werden.
Um die langfristige Analyse zu ermöglichen, mussten die HBS-Mikrodaten aufgrund von Änderungen in der Datenerfassung und Klassifikation (ECOICOP, COICOP 2018) überarbeitet und harmonisiert werden.
Dies gewährleistet die Vergleichbarkeit der Ausgabenreihen über den gesamten Zeitraum.
Wirtschaftliche Variablen wurden bewusst nicht berücksichtigt, da sie in den HBS-Mikrodaten nicht durchgängig verfügbar waren.
Demografie als Konsumbremse
Diese Studie verdeutlicht den tiefgreifenden, oft unterschätzten Einfluss struktureller demografischer Verschiebungen auf makroökonomische Aggregate.
Sie legt nahe, dass traditionelle Wirtschaftsmodelle diese langfristigen Kräfte möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigen.
Für politische Entscheidungsträger bedeutet dies, demografische Trends expliziter in Konsumprognosen und die Wirtschaftsplanung einzubeziehen.