Junge und weibliche Professoren senken Studienabbruchquote
Eine Studie der Banca d'Italia untersucht den Einfluss von Alter und Geschlecht der Dozenten auf die Studienabbrecherquote. Anhand italienischer Verwaltungsdaten von 2010 bis 2021 zeigt sich, dass jüngere und weibliche Lehrkräfte den Studienerfolg signifikant verbessern.
Das Vorbild-Prinzip im Hörsaal
Die Zusammensetzung des Universitätspersonals beeinflusst maßgeblich den Studienerfolg, wie eine umfassende Untersuchung der Banca d'Italia mit Daten italienischer Studenten zwischen 2010 und 2021 belegt.
Die Autoren nutzen quasi-zufällige Variationen in der Exposition gegenüber jüngeren und weiblichen Dozenten über verschiedene Kohorten hinweg.
Die Ergebnisse zeigen signifikante Effekte: Eine stärkere Vertretung jüngerer Professoren senkt die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs oder Fachwechsels um rund 0,5 Prozentpunkte.
Für Studentinnen erhöht sich die Bleibewahrscheinlichkeit bei weiblichen Professorinnen sogar um 0,8 Prozentpunkte.
Dies entspricht jeweils etwa einem Zehntel der Standardabweichung und verdeutlicht die Relevanz demografischer Diversität an Hochschulen.
Zwei Mechanismen, ein Befund
Italien weist im OECD-Vergleich einen der höchsten Anteile älterer Akademiker und gleichzeitig eine der geringsten Frauenquoten im Hochschulbereich auf.
Die Forscher analysieren zwei konkurrierende Hypothesen zum Professorenalter: Während ältere Dozenten mehr Erfahrung einbringen, erleichtern jüngere Lehrkräfte durch innovative Methoden und eine geringere Altersdistanz den Einstieg.
Dass die positiven Effekte bei Jüngeren für alle Studierenden greifen, bei Frauen jedoch geschlechtsspezifisch wirken, stützt die Rollenvorbild-Theorie.
Überfälliger Blick auf die Hörsäle
Die Studie liefert endlich empirische Härte für eine oft unterschätzte Dimension der Bildungspolitik.
Methodisch sauber zeigt sie, dass Diversität keine reine Imagefrage ist, sondern direkte ökonomische Konsequenzen hat.
Universitäten müssen ihr Personalmanagement grundlegend überdenken.