Italiens Online-Universitäten wachsen auf 15 Prozent Marktanteil
BDI Paper

Italiens Online-Universitäten wachsen auf 15 Prozent Marktanteil

Über 300.000 Studierende und ein spürbarer Anstieg: Eine neue Studie der Banca d'Italia untersucht Selektion, akademische Leistung und Zugangswege an italienischen Online-Universitäten.

Älter, praxisnah, ausdauernder

Online-Universitäten in Italien haben sich rasant entwickelt und zählten im Studienjahr 2024/25 fast 308.000 Studierende, was rund 15 Prozent der gesamten Studierendenschaft entspricht.

Die von der Banca d'Italia vorgelegte Untersuchung zeigt ein klares Selektionsprofil: Im Vergleich zu traditionellen Institutionen sind Online-Studierende im Durchschnitt älter, stammen häufiger von technischen oder berufsbildenden Oberschulen und weisen schlechtere Noten bei Schulabgüssen sowie standardisierten Eingangstests auf.

Dennoch zeigen sie eine höhere Ausdauer im Studium.

Kontrolliert man für diese anfänglichen Nachteile, weisen Online-Studierende niedrigere Abbrecherquoten und höhere Quoten für den pünktlichen Bachelor-Abschluss auf.

Zugang für bisher Ausgeschlossene

Die Expansion der Online-Hochschulen hat vor allem in Provinzen mit historisch niedriger Beteiligung am Tertiärbereich stattgefunden.

Damit wirken die Fernuniversitäten nicht als Ersatz für klassische Studiengänge, sondern erschließen neue Bevölkerungsgruppen, die sonst vom Hochschulzugang ausgeschlossen geblieben wären.

Allerdings zeigt der Übergang zu traditionellen Masterstudiengängen Leistungsschwächen.

Absolventen von Online-Bachelorstudiengängen schneiden dort im direkten Vergleich schlechter ab als Absolventen traditioneller Universitäten.

Wichtiger Hebel mit Qualitätsfragen

Die Studie liefert wertvolle Einblicke in ein stark wachsendes Segment des Bildungssystems.

Während die Breitenwirkung unbestritten ist, bleiben Fragen zur fachlichen Tiefe bestehen.

Das zeigt, dass rein formale Abschlüsse nicht automatisch gleiche Kompetenzen garantieren.