8.000 italienische Firmen im Auto-Netzwerk verflochten
BDI Paper

8.000 italienische Firmen im Auto-Netzwerk verflochten

Eine neue Studie der Banca d'Italia analysiert mit Transaktionsdaten die Verflechtungen der italienischen Automobilindustrie. Rund 8.000 Unternehmen weisen eine signifikante Exposition auf.

Indirekte Zulieferer treiben Netzwerkeffekt

Die Untersuchung von Ökonomen der Banca d'Italia nutzt Transaktionsdaten der Steuerbehörde für die Jahre 2019 bis 2022, um die Automobil-Lieferkette auf Firmenebene abzubilden.

Demnach sind rund 8.000 italienische Unternehmen direkt oder indirekt an die europäische Autoindustrie angebunden.

Der exponierte Wertschöpfungsanteil beläuft sich auf 15,6 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent des privaten Nichtfinanzsektors.

Rund ein Drittel der Wertschöpfung entstammt indirekten Beziehungen, wodurch ein Netzwerkmultiplikator von etwa 2,5 entsteht.

Ein Nachfragerückgang von einem Prozent führt zu Einbußen von 63 Millionen Euro bei Endherstellern und 93 Millionen Euro bei vorgelagerten Zulieferern.

Starke regionale Cluster und hohe Heterogenität

Während große Unternehmen den Großteil der absoluten Wertschöpfung ausmachen, zeigt sich bei kleineren Zulieferern die größte Abhängigkeit vom Sektor aufgrund geringerer Diversifikation.

Sektorbezogen konzentriert sich die Kette auf traditionelle Vorleistungsbranchen wie Komponentenbau, Metallverarbeitung sowie Gummi und Kunststoffe.

Geografisch ballen sich die Aktivitäten in Norditalien und speziell in unmittelbarer Nähe zu den Fahrzeugproduktionsstätten.

Granularer Blick auf verdeckte Risiken

Die mikroökonomische Modellierung schließt eine wichtige Lücke in der empirischen Netzwerkanalyse.

Sie verdeutlicht eindrücklich, dass makroökonomische Schocks weit über direkte Lieferbeziehungen hinausgreifen.

Für die Industriepolitik liefert das Framework ein unverzichtbares Diagnosewerkzeug.