M&A-Studie: Beschäftigung sinkt nach Fusionen um vier Prozent
Eine neue Studie der Banca d'Italia untersucht Unternehmensfusionen und -akquisitionen von 2014 bis 2024. Die Auswertung zeigt, dass die Beschäftigung in konsolidierten Unternehmen entgegen der reinen Addition um vier Prozent sinkt.
Sechstausend Deals im Jahreschnitt
Zwischen 2014 und 2024 verzeichnete Italien laut Infocamere-Daten rund 6.000 Fusionen und Akquisitionen pro Jahr.
Die Transaktionen konzentrieren sich stark auf technologie- und wissensintensive Branchen in der Manufaktur sowie im Dienstleistungssektor.
Entgegen der Annahme reiner Expansion zeigt die empirische Analyse mithilfe eines Differenz-von-Differenzen-Modells deutliche Struktureffekte.
In den fünf Jahren nach einer Transaktion liegt die Beschäftigung der konsolidierten Unternehmen im Schnitt um vier Prozent unter dem geschätzten Kontrafaktischen.
Auch der Umsatz geht um fünf Prozent zurück, was maßgeblich auf Verkäufe und Ausgliederungen von Betriebsteilen im Zuge von Reorganisationsprozessen zurückzuführen ist.
Marktmacht im Binnenmarkt
Die Effekte von Unternehmensfusionen variieren erheblich je nach Marktkontext und internationaler Exposition.
Die beobachteten Rückgänge bei Beschäftigung und Umsatz sind vor allem auf Transaktionen in nicht-tradierbaren Sektoren zurückzuführen, wo Firmen überwiegend auf lokalen Märkten agieren.
In diesen Bereichen steigt gleichzeitig das Marktpotenzial und der Markup.
Aggregationen in international wettbewerbsintensiven Branchen zeigen dagegen keine signifikanten Skaleneffekte auf die Unternehmensstruktur.
Konsolidierung mit Nebenwirkungen
Die Studie entzaubert das naive Narrativ bloßer Wachstumsfantasien durch Fusionen.
Stattdessen offenbaren die Daten eine harte betriebliche Rationalisierung mit sinkender Beschäftigung.
Für die Wettbewerbsaufsicht sind vor allem die Preissetzungseffekte in lokalen Märkten ein Warnsignal.