Einkommensunsicherheit treibt Sparquote im Euroraum nach oben
BDI Paper

Ein­kom­men­s­un­si­cher­heit treibt Sparquote im Euroraum nach oben

Eine Studie der Banca d'Italia untersucht den Anstieg der Sparquote im Euroraum auf 15 Prozent. Gestützt auf Daten der EZB zeigt sie, dass Haushaltsunsicherheit und Abstiegsrisiken den Konsum dämpfen.

Der unsichtbare Puffer im Haushaltsbudget

Die Sparquote im Euroraum ist seit der Pandemie von rund 13 auf 15 Prozent im Jahr 2025 gestiegen.

Eine Analyse der Banca d'Italia zeigt, dass dieser Anstieg eng mit der wahrgenommenen Einkommensunsicherheit der Haushalte verknüpft ist.

Anhand granularer Daten der EZB-Verbraucherbefragung belegen die Autoren Guido Bulligan und Paolo Farroni, dass eine Standardabweichung der Einkommensunsicherheit die Sparquote um etwa 0,5 Prozentpunkte steigen lässt und den nominalen Konsum um 4,5 Prozent senkt.

Besonders einkommensschwache und Illiquidität ausgesetzte Haushalte reagieren stark auf diese Unsicherheiten.

Abstiegsrisiken schlagen Zukunftsangst

Die Forscher haben die Haushaltsunsicherheit in positive und negative Komponenten zerlegt.

Das Ergebnis ist eindeutig: Nicht allgemeine Schwankungen, sondern konkrete Abstiegsrisiken treiben das Sparverhalten.

Haushalte fürchten vor allem Einkommensverluste, während positive Erwartungen kaum ins Gewicht fallen.

Auf makroökonomischer Ebene zeigt sich allerdings, dass diese mikrodatenbasierten Unsicherheitsmaße die Punktprognosen der Notenbanken nur marginal verbessern können.

Vorsicht statt Konsumrausch

Die Arbeit schließt eine wichtige Lücke zwischen Mikrodaten und makroökonomischer Theorie.

Methodisch überzeugt die präzise Trennung von Auf- und Abwärtsrisiken bei der Einkommenserwartung.

Dennoch bleibt der tatsächliche Nutzen für treffsichere makroökonomische Prognosen eher gering.