Bankenzentrierter Kern prägt italienisches Finanznetzwerk
BDI Paper

Bankenzentrierter Kern prägt italienisches Finanznetzwerk

Banca d'Italia analysiert in einem Occasional Paper die Verflechtungen des italienischen Finanzsystems von 2019 bis 2025. Das Multilayer-Netzwerk zeigt einen bankenzentrierten Kern und eine wachsende Bedeutung sektorübergreifender Verbindungen.

Banken als Rückgrat im Multilayer-Netzwerk

Eine neue Studie der Banca d'Italia untersucht die Struktur des italienischen Finanzsystems zwischen 2019 und 2025 anhand eines zwölffach unterteilten Multilayer-Netzwerks.

Die Auswertung zeigt einen klar bankenzentrierten Kern, während Versicherungen als Brückenbauer und Investmentfonds als breite Peripherie fungieren.

Trotz sinkender Banken- und Versicherungszahlen durch Fusionen und Übernahmen stieg der Anteil sektorübergreifender Verbindungen von 58 auf rund 70 Prozent.

Das Netzwerk weist klassische Small-World-Eigenschaften mit einer geringen durchschnittlichen Pfadlänge von 2,8 auf, was die rasche Ausbreitung von Schocks begünstigt.

Konsolidierung und veränderte Risikokanäle

Die Analyse kombiniert granulare Daten aus AnaCredit, Solvency-II-Meldungen und Wertpapierstatistiken, um Kredite, Anleihen und Aktienbestände abzubilden.

Während Fusionswellen – wie die Integration von UBI Banca oder Banca Carige – die Zahlgebung der Banken um 18 Prozent verringerten, expandierte der Investmentfondssektor um zehn Prozent.

Die gewichteten Verflechtungen belegen eine hohe strukturelle Persistenz, unterbrochen durch temporäre Neuausrichtungen während der Pandemie im Jahr 2020.

Komplexität unterschätzt

Die Studie liefert wertvolle Einblicke in die multidimensionale Natur des Systemrisikos im Euroraum.

Methodisch bleibt die Ausgleichsrechnung jedoch auf direkte Exposures beschränkt und ignoriert indirekte Ansteckungskanäle.

Dennoch bietet der Ansatz Aufsehern ein präzises Werkzeug zur Überwachung verdeckter Krisenpfade.