BDI-Studie belegt tiefe Verflechtungen im Finanzsektor
Eine umfassende Studie der Banca d'Italia untersucht die Verflechtungen zwischen Banken, Investmentfonds und Versicherungen in Italien für den Zeitraum von 2019 bis 2025. Die Analyse zeigt signifikante gemeinsame Anleihenportfolios und intragruppale Querverbindungen auf.
Portfolio-Überschneidungen und Staatsanleihen als Kernrisiko
Die Banca d'Italia legt eine granulare Analyse der Verflechtungen zwischen Banken, Investmentfonds und Versicherungen für die Jahre 2019 bis 2025 vor.
Während Kredite an Haushalte mit 23 Prozent und an Unternehmen mit 18 Prozent die Bankbilanzen dominieren, halten Versicherungen rund 30 Prozent ihrer Assets in Fondsanteilen.
Investmentfonds investieren zu 26 Prozent in Wertpapiere von Nichtfinanzunternehmen.
Als größte gemeinsame Risikoquelle identifiziert die Studie italienische Staatsanleihen, die bei Banken 16 Prozent, bei Versicherungen 31 Prozent und bei Fonds rund 30 Prozent der Portfolios ausmachen.
Die Beseitigung intragruppaler Positionen reduziert das wahrgenommene Netzwerk drastisch, da knapp die Hälfte der Interbankenkredite intern abgewickelt wird.
Zinsrisiken und die trügerische Stärke interner Netze
Ein wesentlicher Befund betrifft die Laufzeitenstruktur von Anleihen: Banken und Versicherungen halten signifikante Anteile an längerfristigen Papieren jenseits von 36 Monaten.
Bei steigenden Renditen drohen signifikante Buchverluste, auch wenn Banken rund drei Viertel ihrer Anleihen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzieren.
Zudem zeigt sich, dass konzerninterne Verflechtungen die tatsächliche Komplexität des Finanznetzwerks stark überzeichnen.
Werden intragruppale Posten bereinigt, sinkt der Bilanzanteil der Banken im System von 87 auf 75 Prozent.
Transparenz mit Lücken
Die Untersuchung liefert wertvolle Einblicke in die systemischen Brandmauern des italienischen Banken- und Versicherungswesens.
Methodisch bleibt sie jedoch eingeschränkt, da Derivate und ausländische Fondsstrukturen ausgeblendet werden.
Für die künftige Makroprudenz ist das Papier dennoch ein unverzichtbarer Wegweiser.