Ein Prozent mehr Zuwanderung steigert Produktivität um 1,9 Prozent
Eine Studie der Banca d’Italia für 38 OECD-Länder von 1990 bis 2024 zeigt: Migration aus Nicht-OECD-Staaten steigert die Arbeitsproduktivität deutlich. Ein Zuwachs der Nettozuwanderung um einen Prozentpunkt erhöht das reale BIP je Beschäftigten über zehn Jahre hinweg um 1,9 Prozent.
Investitionsschub treibt Produktivitätsgewinne
Die Ökonomen Gaetano Basso, Mithali R. Mathur und Giovanni Peri analysieren Paneldaten aus 38 OECD-Ländern für den Zeitraum 1990 bis 2024.
Ein Anstieg der Nettozuwanderung um einen Prozentpunkt der Erwachsenenbevölkerung erhöht das reale BIP je Beschäftigten nach fünf Jahren um 1,18 Prozent und kumuliert nach zehn Jahren um 1,90 Prozent.
Haupttreiber ist die Kapitalbildung: Das Kapital je Erwerbstätigen wächst im Zehnjahreshorizont um 2,87 Prozentpunkte.
Zudem legen der Humankapitalindex um 0,51 und die Gesamtfaktorproduktivität um 0,28 Prozentpunkte zu.
Auf Länderebene erklärt der Zuzug in Kanada (plus 17 Prozentpunkte Migrantenanteil) ein um 19,9 Prozent höheres BIP je Beschäftigten und in Großbritannien (plus 11 Prozentpunkte) ein Plus von 12,8 Prozent.
Hochqualifizierte füllen demografische Lücke
Über 81 Prozent der Zuwanderungsströme wiesen ein höheres Qualifikationsniveau auf als die ansässige Bevölkerung.
Hochqualifizierte Migranten steigern die Gesamtfaktorproduktivität binnen zehn Jahren um 1,29 Prozentpunkte und das Humankapital um 1,96 Prozentpunkte, während gering qualifizierte Zuwanderung neutral auf die Produktivität wirkt.
Während die Erwerbsbevölkerung der Einheimischen in der EU-14-Plus-Gruppe seit 2010 schrumpft und 2020 bis 2024 um 3,6 Prozent fiel, zeigt einheimisches Bevölkerungswachstum keinerlei positiven Produktivitätseffekt.
Wirtschaftsmotor statt bloßer Lückenbüßer
Die Befunde widerlegen das Vorurteil, dass Zuwanderung die Produktivität reicher Staaten dämpft.
Qualifizierte Zuwanderer schließen Fachkräftelücken und lösen kräftige Investitionsschübe aus.
Angesichts schrumpfender Geburtenraten wird Migration zum unverzichtbaren Wachstumshebel.