Extremrisiken erklären 43 Prozent der Dollar-Bewegungen seit 2025
BDI Studie

Extremrisiken erklären 43 Prozent der Dollar-Bewegungen seit 2025

Laut einer Studie der Banca d’Italia erklärt die Bepreisung extremer Verlustrisiken seit Anfang 2025 rund 43 Prozent der täglichen Kursschwankungen des US-Dollars zum Euro. Nach den US-Zollankündigungen vom 2. April 2025 verlor der Dollar zeitweise seine Schutzfunktion als sicherer Hafen.

Vom Fluchthafen zum Risiko-Asset

Die Ökonomen Marco Massa und Gabriele Zinna analysieren die Abwertung des US-Dollars, der seit Jahresbeginn 2025 auf effektiver Basis um rund 8 Prozent und gegenüber dem Euro um 11 Prozent nachgab.

Anhand täglicher Optionsdaten zeigen die Autoren, dass kurzfristige Zinsdifferenzen ihren traditionellen Erklärungswert weitgehend einbüßten.

Stattdessen stieg der Erklärungsbeitrag des dreimonatigen Risk Reversal für die täglichen Wechselkursänderungen von 18 Prozent im Gesamtzeitraum seit 2015 auf rund 43 Prozent seit 2025.

Nach der Ankündigung von US-Zöllen am 2. April 2025 verhielt sich der Dollar wie ein risikoreicher Vermögenswert: Die sogenannte Bad Variance überstieg die Good Variance deutlich.

Nahost-Konflikt dreht die Vorzeichen

Erst die Eskalation des Nahost-Konflikts Ende Februar 2026 brachte eine Wende.

Die Volatilität am Ölmarkt stieg an und entwickelte sich mit einem R²-Wert von 23,1 Prozent zum zentralen Treiber des Risk Reversals.

Weil die USA Netto-Energieexporteur sind, während der Euroraum Energie importiert, zogen Rohstoffturbulenzen wieder Gelder in den Dollar.

Die Verteilung der Wechselkursrisiken normalisierte sich.

Zugleich drehte die Korrelation zwischen US-Aktien und dem Wechselkurs wieder ins Negative, was die Schutzwirkung kurzzeitig wiederherstellte.

Trügerische Rückkehr zur Normalität

Die Studie entlarvt das Dogma vom verlässlichen Dollar-Hafen als überholt.

Dass erst ein Ölschock die Nachfrage stützen musste, offenbart strukturelle Risse im Vertrauen in die US-Politik.

Für Anleger bedeutet dieser Paradigmenwechsel, dass Währungsrisiken nicht länger von selbst verschwinden.

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