Externe Eigentümer stärken Wachstum italienischer Familienfirmen
Nach einem Kontrollwechsel zu externen Eigentümern steigt die Beschäftigung italienischer Familienfirmen binnen drei Jahren um über 5 Prozent. Das zeigt eine am 13. Oktober 2026 veröffentlichte Studie der italienischen Zentralbank.
Mehr Familienkontrolle, geringere Produktivität
Michele Cascarano, Sara Garbin, Sauro Mocetti und Francesca Modena analysieren im Forschungspapier 1068 der italienischen Zentralbank Daten von INFOCAMERE, CERVED und INPS für 2014–2024.
Der Datensatz umfasst jährlich rund 463.000 Kapitalgesellschaften.
Familienbesitz liegt vor, wenn Personen gleichen Nachnamens über 50 Prozent des Kapitals halten.
Der Anteil stieg von knapp 68 auf über 72 Prozent; ihr Beschäftigungsanteil von 42 auf 45 Prozent.
Familiengeführte Firmen sind bei gleicher Größenklasse über 6 Prozent kleiner und rund 7 Prozent weniger produktiv als andere Firmen.
Sie erzielen höhere operative Margen, zahlen niedrigere Löhne und verlassen seltener den Markt.
Neueintritte und höhere Überlebensraten stärken ihre Verbreitung.
Nachfolge öffnet das Kapital
Über jede fünfte Familienfirma hat mindestens einen Gesellschafter ab 65 Jahren.
Jährlich wechseln rund 3 Prozent dieser Firmen die Kontrolle, im Mittel bei einem Eigentümeralter von fast 75 Jahren.
Unter den nach fünf Jahren noch aktiven Firmen bleiben drei von fünf in derselben Familie.
Interne Nachfolge verändert die Beschäftigung kaum; externe Eigentümer gehen mit über 5 Prozent Zuwachs nach drei Jahren einher.
Nichtfinanzielle Erwerber zeigen auch Produktivitätsgewinne.
Wissenstransfer, Bürokratie und fehlende geeignete Erben erschweren die Nachfolge, besonders bei kleinen Firmen.
Zusammenhang ist kein Kausalbeweis
Die Autoren verbinden die stärkeren Zuwächse bei externen Eigentümern mit industrieller Integration und organisatorischer Erneuerung.
Kontrollwechsel erfolgen jedoch häufiger bei größeren, reiferen und produktiveren Firmen.
Die Ergebnisse lassen deshalb keine uneingeschränkte kausale Deutung zu.