Angebotsschocks bremsen Italiens Investitionen dauerhaft
BDI Studie

Angebotsschocks bremsen Italiens Investitionen dauerhaft

Dauerhafte Angebotsschocks erklären laut Lorenzo Mori und Tiziano Ropele vor allem Italiens Investitionsschwäche 2008–2019. Ihre am 13. Oktober 2026 von der Banca d’Italia veröffentlichte Studie führt die Erholung nach der Pandemie überwiegend auf Nachfrage zurück.

Zwei Krisen, unterschiedliche Nachwirkungen

2008–2019 dominierten dauerhafte Angebotsschocks die Schwäche von BIP und Investitionen; dauerhafte Nachfrageschocks verstärkten sie durch Hysterese.

Im Modell für die Zeit vor 2020 senkt ein negativer permanenter Angebotsschock von einer Standardabweichung das BIP nach etwa drei Jahren um rund 1 Prozent.

Die Preise steigen um rund 0,3 Prozent; Investitionen sinken über zehn Quartale um 2,5 Prozent gegenüber dem Referenzpfad.

Ein permanenter Nachfrageschock senkt das BIP um 0,7 Prozent und Investitionen um rund 1 Prozent.

Die Erholung 2020–2025 stützten dagegen vor allem Nachfrageimpulse durch nationale und europäische Fiskalprogramme, darunter NextGenerationEU und der Superbonus von 110 Prozent.

Negative Angebotseffekte häuften sich während der Energiekrise 2022–2023.

Vier Schocktypen im Quartalsmodell

Das Forschungspapier Nr. 1072 nutzt einen bayesianischen strukturellen VAR mit ISTAT-Daten vom ersten Quartal 1996 bis zum zweiten Quartal 2025.

BIP, HVPI, Beschäftigung und reale Bruttoanlageinvestitionen bilden das Basismodell mit drei Quartalsverzögerungen.

Vorzeichenrestriktionen trennen Nachfrage und Angebot; langfristige Nullrestriktionen beim BIP trennen transitorische und permanente Schocks.

Für die gesamte Stichprobe ergänzen die Autoren Energiepreise und passen die Fehlervarianz während der Pandemie an.

Dabei bleibt eine nicht identifizierte Restkomponente.

Die Schockart zählt

Laut den Autoren hängt die Wirksamkeit wirtschaftspolitischer Maßnahmen von Art und Dauer der Schocks ab.

Kapitalintensive und kurzfristig verschuldete Branchen reagieren stärker auf permanente Angebotsschocks.

Auch der natürliche Zins kann sich durch solche Schocks und nachfragebedingte Hysterese dauerhaft verändern.

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