Ausländische Übernahmen senken Lohnquote um 6,5 Prozentpunkte
BDI Paper

Ausländische Übernahmen senken Lohnquote um 6,5 Prozentpunkte

Eine Studie der Banca d'Italia zeigt, dass die Übernahme spanischer Industriebetriebe durch ausländische Multinationale deren Lohnquote um 6,5 Prozentpunkte senkt. Haupttreiber ist der um 11 Prozentpunkte steigende Einsatz von Industrie-Robotern zur Skalierung für den Weltmarkt.

Roboterboom nach dem Eigentümerwechsel

Die Analyse von Ökonom Fabrizio Leone basiert auf Paneldaten spanischer Fertigungsunternehmen von 1990 bis 2017 aus der ESEE-Umfrage.

Die Ergebnisse belegen, dass von ausländischen Konzernen übernommene Tochtergesellschaften ihre Wahrscheinlichkeit für den Einsatz von Industrie-Robotern um 11 Prozentpunkte steigern, was einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Stichprobenmittelwert entspricht.

Gleichzeitig sinkt die Lohnquote dieser Betriebe im Schnitt um 6,5 Prozentpunkte beziehungsweise 15 Prozent.

Die verstärkte Automatisierung erklärt direkt etwa ein Drittel dieses Rückgangs.

Der Effekt bleibt auch unter Kontrolle alternativer Faktoren wie Marktkonzentration, immateriellem Kapital oder der Einbindung in globale Wertschöpfungsketten statistisch signifikant und robust.

Skalierungsdruck durch globale Märkte

Warum investieren Tochtergesellschaften nach einer Übernahme vermehrt in Roboter?

Das Papier zeigt, dass ausländische Mutterkonzerne ihren Töchtern Zugang zu globalen Vertriebsnetzen eröffnen.

Um die sprunghaft steigende Auslandsnachfrage zu bedienen, müssen die Betriebe ihre Produktion rasch skalieren.

Der Einsatz von Robotern ermöglicht dabei den Übergang zu rund um die Uhr laufenden Fertigungsprozessen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine solche kontinuierliche Massenproduktion steigt nach der Übernahme um 9 Prozentpunkte, während reine Investitionskostenentlastungen keine Rolle spielen.

Doppelter Druck auf den Lohnanteil

Die Studie legt offen, dass Globalisierung und Automation Hand in Hand gehen.

Ausländische Übernahmen treiben den Robotereinsatz an und reduzieren systematisch den Einkommensanteil der Beschäftigten.

Diese Wechselwirkung ist politisch hochgradig brisant für die Bewertung grenzüberschreitender M&A-Aktivitäten.