KI-Innovationen steigern BIP und erhöhen Vermögensungleichheit
Eine Studie der Banca d'Italia zeigt: KI-Technologieschocks wirken als positive Angebotsimpulse. Sie steigern BIP, Beschäftigung und Produktivität verzögert, senken Verbraucherpreise, reduzieren jedoch den Arbeitsanteil am Einkommen und erhöhen die Vermögensungleichheit.
Angebotsimpuls mit Verteilungseffekten
Andrea Gazzani und Filippo Natoli analysieren anhand von US-Patentdaten von 1980 bis 2019 die makroökonomischen Folgen von KI-Technologieschocks.
Die Ergebnisse belegen verzögerte, aber nachhaltige Zuwächse bei der Gesamtfaktorproduktivität, dem Bruttoinlandsprodukt, den Löhnen und der Beschäftigung.
Gleichzeitig sinken die Verbraucherpreise anhaltend.
Über einen Horizont von fünf Jahren erklären KI-Impulse rund 25 Prozent der Schwankungen von BIP und Beschäftigung.
Anders als allgemeine Technologiefortschritte senken KI-Schocks jedoch den Arbeitsanteil am Volkseinkommen.
Während das Realeinkommen auf breiter Front steigt, konzentrieren sich die Vermögensgewinne drastisch: Der Vermögensanteil der obersten zehn Prozent nimmt zu, während jener der untersten 50 Prozent schrumpft.
Patentqualität übertrifft reine Automatisierung
Rund 80 Prozent aller KI-intensiven Patente entfallen auf den IKT-Sektor und knapp 56 Prozent auf die Automatisierung.
Mikrodaten zeigen, dass KI-Patente im Vergleich zu herkömmlichen Digital- oder Automatisierungspatenten eine deutlich höhere Qualität aufweisen: Sie erzielen mehr Zitierungen und weisen einen höheren technologischen sowie ökonomischen Wert auf.
Infolgedessen lösen KI-Schocks stärkere Gesamteffekte auf Produktivität und Beschäftigung aus als breiter gefasste IKT-Impulse.
Eine Analyse der jüngsten Generativen KI zeigt zudem identische dynamische Muster wie frühere KI-Innovationen.
Produktivitätsgewinn auf Kosten der Gleichheit
Die empirische Evidenz entkräftet Befürchtungen einer unmittelbaren massenhaften Arbeitslosigkeit durch künstliche Intelligenz.
Gleichwohl offenbart die Studie die Schattenseite des KI-getriebenen Wachstums in Form einer wachsenden Vermögenskluft.
Wer kein Kapital besitzt, profitiert trotz steigender Löhne kaum vom ungleichen Wertzuwachs der Unternehmensvermögen.