Höheres Kurzarbeitergeld bremst Arbeitgeberwechsel
BDI Studie

Höheres Kurzarbeitergeld bremst Ar­beit­ge­ber­wech­sel

10 Prozentpunkte mehr Lohnersatz erhöhen bei Kurzarbeit die Wahrscheinlichkeit, beim Arbeitgeber zu bleiben, um knapp 3 Prozent. Das zeigt eine am 20. Oktober 2026 veröffentlichte Studie der italienischen Zentralbank Banca d’Italia.

Mehr Absicherung, weniger Wechsel

Gaetano Basso, Emanuele Ciani, Francesco Manaresi und Lorenzo Pesaresi nutzen eine Leistungsschwelle im italienischen Kurzarbeitssystem CIG für ein Regressionsdiskontinuitätsdesign.

Grundlage sind verknüpfte Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten der Sozialversicherung INPS für 2008–2019.

Bei einem Monatslohn von 2.102,24 Euro steigt die Leistungsobergrenze 2016 von 971,71 auf 1.167,91 Euro.

Nach zwölf Monaten liegt die Verbleibewahrscheinlichkeit oberhalb der Schwelle um 2,2 Prozentpunkte höher; Arbeitgeberwechsel sinken um 1,7 Prozentpunkte beziehungsweise 18,7 Prozent.

Mit robusten Standardfehlern beträgt der p-Wert des Wechseleffekts allerdings 0,116. Für den Austritt aus abhängiger Beschäftigung finden die Autoren keinen statistisch gesicherten Effekt.

Bindung trifft geringeres Ver­dienst­po­ten­zi­al

Die geringere Mobilität konzentriert sich auf Beschäftigte mit niedrigerem geschätztem Verdienstpotenzial; jüngere Arbeitnehmer und schwächere lokale Arbeitsmärkte reagieren stärker.

Die Autoren finden Hinweise auf weniger Wechsel zu besser zahlenden Firmen.

Im Modell beträgt der marginale Umverteilungsnutzen 1,33 gegenüber fiskalischen Kosten von 1,15: Die Ersatzquote an der Schwelle liegt damit unter dem errechneten Optimum.

Die Elastizität der Kurzarbeitsdauer beträgt 0,07. Zusammen mit betrieblichen Reaktionen ergibt eine illustrative Rechnung einen fiskalischen Kostenmultiplikator von 1,53.

Lokaler Befund, begrenzte Übertragbarkeit

Die Schätzung gilt zunächst nur nahe der untersuchten Lohnschwelle.

Die Autoren halten betriebliche Stellenschaffung und Kontaktraten im Basismodell konstant; gesamtwirtschaftliche Effizienzfolgen bleiben damit offen.

Den kombinierten Kostenmultiplikator bezeichnen sie als illustrative Näherung.

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