Superbonus steigert Baubeschäftigung, Unfallquote sinkt um 7 Prozent
BDI Studie

Superbonus steigert Baubeschäftigung, Unfallquote sinkt um 7 Prozent

Italiens Superbonus erhöhte die männliche Baubeschäftigung 2021–2023 laut einer am 20. Oktober 2026 veröffentlichten Studie der Banca d’Italia um rund 12 Prozent. Zugleich sank die Quote der Arbeitsunfälle mit bleibenden Schäden um rund 7 Prozent.

Mehr Beschäftigte, geringeres individuelles Risiko

Andrea Benecchi, Daniele Ruggeri und Elisa Scarinzi schätzen im Forschungspapier Nr. 1545 der Banca d’Italia die Wirkung des Superbonus anhand eines synthetischen Differenz-von-Differenzen-Verfahrens.

Sie vergleichen den Hochbau und spezialisierte Bauarbeiten mit anderen privaten Branchen in 20 Regionen.

Die Quartalsdaten umfassen 2018–2023 ohne das Pandemiejahr 2020; die Wirkungsperiode beginnt Anfang 2021.

Bei Männern steigt die Beschäftigung gegenüber dem Vergleichspfad um 12 Prozent.

Die Unfallquote sinkt um 0,114 Fälle je 1.000 Beschäftigte gegenüber zuvor 1,7 Fällen pro Quartal.

Daraus errechnen die Autoren über 1.700 vermiedene Unfälle mit bleibenden Schäden für 2021–2023.

Die absolute Unfallzahl steigt dennoch mit der Beschäftigung.

Förderzugang erhöht Kosten von Regelverstößen

Der 2020 eingeführte Superbonus erhöhte den Fördersatz für Gebäudesanierungen von 65 auf 110 Prozent.

Sicherheitsnachweise waren Voraussetzung; Verstöße gefährdeten Förderung und laufende Aufträge.

Dekret 146/2021 verschärfte zudem branchenübergreifend Betriebsschließungen bei Sicherheitsverstößen.

Laut Autoren verstärkte die hohe Baunachfrage deren Abschreckung.

In den zehn Regionen mit stärkerer Nutzung stieg die Männerbeschäftigung um 15 Prozent, die Unfallquote sank um 8,3 Prozent.

In den übrigen zehn war der Rückgang statistisch nicht gesichert.

Gesamteffekt statt eindeutiger Wirkungsnachweis

Die Autoren sehen in der Verbindung von Förderung und überprüfbaren Sicherheitsauflagen einen Ansatz für Risikobranchen.

Ihre Schätzung trennt jedoch stärkere Regelbefolgung nicht von möglichen Investitionen in sicherere Ausrüstung.

Detaillierte Firmendaten zur Prüfung dieses zweiten Kanals fehlen.

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