Süditaliens Firmen nutzen deutlich ältere Nutzfahrzeuge
12,7 statt 9,1 Jahre beträgt das mittlere Alter betrieblicher Nutzfahrzeuge in Süd- gegenüber Norditalien Ende 2024. Eine am 20. Oktober 2026 veröffentlichte Studie der italienischen Zentralbank dokumentiert eine wachsende Qualitätslücke.
Der Süden erneuert langsamer
Marta Crispino, Michele Loberto und Riccardo Russo analysieren im Forschungspapier Nr. 1548 der italienischen Zentralbank rund 4 Millionen Fahrzeuge von 863.362 Firmen für 2015–2024.
Qualität messen sie anhand von Alter und bereinigten CO₂-Emissionen.
Im Süden sind Fahrzeuge beim Erwerb durchschnittlich 8,9 Jahre alt, im Norden 5,7; beim Abgang beträgt das Alter 14,8 gegenüber 12,2 Jahren.
Der Altersabstand beim Erwerb steigt von 2,8 Jahren 2015–2016 auf 3,4 Jahre 2023–2024, beim Abgang von 2 auf 3,6 Jahre.
Die Emissionseffizienz erworbener Fahrzeuge verbessert sich gegenüber 2015 im Norden um 25 Prozent, im Süden um 21 Prozent.
Die regionale Korrelation zwischen Bestandsalter und Arbeitsproduktivität beträgt −0,87; eine Kausalrichtung weist die Studie nicht nach.
Gebrauchtmärkte halten die Lücke offen
Firmen- und Fahrzeugmerkmale erklären rund ein Drittel der regionalen Qualitätsunterschiede.
Gebrauchtkäufe machen im Süden 65 Prozent der Erwerbe aus, im Norden 52 Prozent; Neukäufe erreichen 19 gegenüber 33 Prozent.
Lokale Gebrauchtfahrzeuge wechseln im Süden mit 10,9 Jahren den Besitzer, im Norden mit 7,9 Jahren.
Zuflüsse aus dem Norden sind mit 8,2 Jahren jünger und mindern die Lücke.
Die Autoren nennen Marktsegmentierung und wenige Neuzulassungen als Ursachen; Kredit- und Wartungskosten bleiben mögliche Erklärungen.
Kapitalmenge allein greift zu kurz
Nach Einschätzung der Autoren verzerren unbeachtete Qualitätsunterschiede die regionale Messung der totalen Faktorproduktivität.
Die Übertragung auf den gesamten Kapitalstock erfordert jedoch breitere Daten.
Auch die Wirksamkeit gezielter Investitionsanreize bleibt laut Studie offen.