Vier Prozent der italienischen Haushalte nutzen BNPL-Dienste
In Italien nutzten 2022 vier Prozent der Haushalte kurzfristige Ratenkauf-Dienste nach dem Prinzip „Buy Now, Pay Later“. Das zeigt eine Auswertung der Banca d’Italia auf Basis von 9.641 befragten Haushalten.
Jüngere und solvente Nutzer dominieren
Die Nutzung von BNPL-Angeboten konzentriert sich in Italien vor allem auf jüngere und technikaffine Verbraucher.
In der Altersgruppe zwischen 35 und 44 Jahren gaben zehn Prozent der Haushalte an, Ratenkauf-Dienste in Anspruch zu nehmen, bei den unter 34-Jährigen waren es sechs Prozent.
Dagegen lag der Anteil bei Personen ab 65 Jahren bei lediglich einem Prozent.
BNPL-Nutzer weisen meist solide finanzielle Verhältnisse auf: Die höchste Verbreitung findet sich bei Führungskräften mit elf Prozent und Angestellten mit neun Prozent sowie in Einkommensklassen zwischen 50.000 und 100.000 Euro.
Als Zahlungsinstrumente zur Aktivierung dominierten Kreditkarten mit 35 Prozent und Prepaid-Karten mit 33 Prozent vor Debitkarten mit 27 Prozent.
Ergänzung statt Ersatz für Ratenkredite
Der italienische BNPL-Markt wuchs zwischen 2021 und 2024 von einer Milliarde auf 6,8 Milliarden Euro Transaktionsvolumen.
Mit einem Anteil von fünf Prozent an den Online-Zahlungen bleibt Italien jedoch hinter Vorreitern wie Schweden mit 21 Prozent und Deutschland mit 20 Prozent zurück.
Die Analyse zeigt, dass BNPL bestehende Finanzprodukte ergänzt: Bei Nutzern von Revolving-Kreditkarten liegt die BNPL-Verbreitung bei 24 Prozent.
Haushalte mit abgelehnten Bankkrediten wiesen eine Quote von zwölf Prozent auf.
Bequemlichkeit schlägt Überschuldung
Die Daten widerlegen die Annahme, BNPL sei vor allem ein Notkredit für finanzschwache Haushalte.
In Italien treibt primär digitale Bequemlichkeit konsumstarker Schichten das Marktwachstum.
Die strenge EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 kommt dennoch rechtzeitig vor einer unkontrollierten Ausbreitung.