Auto-Hedging sichert 40 Prozent der MTS-Anleihegeschäfte ab
Market Maker sichern Anleihepositionen zunehmend vollautomatisch ab: Auf der Handelsplattform MTS stieg der Anteil von Auto-Hedging-Trades bis Ende 2024 auf rund 40 Prozent. Eine BDI-Studie zeigt, dass vor allem händlerspezifische Faktoren den Einsatz bestimmen.
Absicherung im Sekundentakt
Die Ökonomen Onofrio Panzarino und Antonio Perrella analysieren Transaktionsdaten der italienischen MTS-Plattform von Januar 2010 bis April 2026.
Auto-Hedging definiert sich als algorithmische Gegentransaktion innerhalb einer Sekunde nach Ausführung einer Quotierung, um Bestandsrisiken und adverse Selektion zu neutralisieren.
Die Nutzung dieser Strategien explodierte nach 2020: Lag der Marktanteil vor 2016 unter fünf Prozent bei nur ein bis zwei Instituten, erreichte er Ende 2024 einen Höchststand von rund 40 Prozent bei mehr als 22 aktiven Händlern.
Die Ausführungskosten bleiben extrem niedrig: 43 Prozent der Trades verursachen keinerlei Preiskosten, die Mehrheit liegt unter 2 Cent.
Transaktionen über 20 Mio. Euro werden wegen des befürchteten Markteinflusses selten automatisiert abgesichert.
Händler-DNA schlägt Marktliquidität
Ökonometrische Schätzungen für 2023 bis 2026 zeigen, dass individuelle Händlerprofile dominieren: Ohne Händler-Fixeffekte bricht die Erklärungskraft des Modells von einem R² von 0,29 auf 0,01 ein.
Die Marktliquidität wirkt messbar, aber schwächer: Ein um 1 Basispunkt breiterer Spread senkt die Wahrscheinlichkeit eines Auto-Hedge um 0,43 Prozentpunkte, während 1 Mrd. Euro mehr Markttiefe sie um 0,26 Prozentpunkte steigert.
Seit 2025 dämpft ein neues Bewertungskriterium des italienischen Finanzministeriums die AH-Aktivität der Primärhändler.
Effizienzgewinn mit Stabilitätsrisiko
Auto-Hedging schützt Händler vor Verlusten, birgt aber die Gefahr plötzlicher Liquiditätsabrisse.
Reagieren alle Akteure simultan mit denselben Algorithmen, erweist sich die angezeigte Markttiefe in Stressphasen als Illusion.
Die Regulierer müssen diesen Mechanismus genau überwachen, um systemische Risiken zu verhindern.