50,2 Prozent der italienischen Verbraucher bleiben Traditionalisten
Eine Studie der Banca d'Italia klassifiziert das Zahlungsverhalten in Italien anhand der SPACE-Umfrage 2024 mittels künstlicher Intelligenz. Die Forscherinnen Giorgia Rocco und Camilla Savarese identifizieren dabei fünf Verhaltensprofile von reiner Bargeldnutzung bis hin zu digitalen Lösungen.
Traditionalisten dominieren vor bargeldlosen Nutzern
Die Analyse von 4.088 italienischen SPACE-Datensätzen offenbart eine klare Verteilung: Mit 50,2 Prozent stellt die Gruppe der Traditionalisten die Mehrheit.
Diese Konsumenten nutzen am Verkaufspunkt sowohl Bargeld als auch Zahlungskarten, meiden jedoch weitgehend mobile oder internetbasierte Zahlungswege.
Vollständig bargeldlos zahlen 24,0 Prozent als Digital-Only-Nutzer, wobei diese primär herkömmliche Debit- und Kreditkarten verwenden.
Weitere 14,6 Prozent agieren als gut vernetzte Omnichannel-Nutzer flexibel über alle digitalen und physischen Kanäle.
Eine Minderheit bleibt dem Bankensystem fern: 6,6 Prozent zahlen ausschließlich bar, während 4,6 Prozent als Bank-Tech-Skeptiker lediglich Bargeld mit Prepaid-Karten kombinieren.
Hybridmethode aus Sprachmodellen und Algorithmen
Methodisch kombinierten die Autorinnen Sprachexpertise und Algorithmen: Nach manueller und KI-gestützter Klassifikation von 840 Profilen übertrug ein XGBoost-Modell mit 89,0 Prozent Treffsicherheit die Segmentierung auf den Gesamtdatensatz.
Die Ergebnisse zeigen deutliche soziodemografische Gräben: Während internetaffine Profile durch die Generation Z und höhere Einkommen geprägt sind, konzentrieren sich ältere Menschen über 65 Jahren sowie Personen mit geringerem Einkommen bei den Bargeldnutzern.
Bargeldlos ist noch lange nicht digitalisiert
Die Analyse entlarvt den Mythos einer linearen Digitalisierung des Bezahlens.
Wer bar meidet, greift meist nur zur Plastikkarte statt zu modernen Apps.
Für einen digitalen Euro zählen daher einfache Offline-Funktionen mehr als technische Spielereien.