Italienische Banken müssen Hürden bei Basiskonten abbauen
BDI Press

Italienische Banken müssen Hürden bei Basiskonten abbauen

Die Banca d'Italia fordert Zahlungsdienstleister auf, bestehende Hürden beim Zugang zu Basiskonten unverzüglich abzubauen. Eine Analyse enthüllte unbegründete Ablehnungen von EU-Bürgern und schutzbedürftigen Verbrauchern. Bis zum 30. November 2026 müssen die Institute ihre Prozesse anpassen.

Systematische Blockaden statt Finanzinklusion

Trotz der rechtlichen Verankerung der EU-Zahlungskontenrichtlinie im italienischen Bankenrecht bleibt die Nutzung von Basiskonten in Italien weit hinter dem EU-Durchschnitt zurück.

Untersuchungen der Banca d'Italia offenbaren erhebliche Mängel in der Praxis der Finanzinstitute: Viele Anbieter führen das kostenlose oder kostengünstige Basiskonto gar nicht erst im regulären Produktkatalog oder verweigern potenziell Berechtigten grundlegende Dienstleistungen.

Häufig scheitert die Kontoeröffnung an unzureichend geschultem Filialpersonal, starren IT-Systemen bei vorläufigen Steuer-IDs oder pauschalen Vorurteilen gegenüber einkommensschwachen Verbrauchern, Asylsuchenden und Personen ohne Wohnsitz in Italien.

Zudem wurden Kunden gezielt in teurere Alternativprodukte gedrängt.

Schluss mit automatischen Absagen

Die Aufsicht verlangt von allen Zahlungsdienstleistern eine umgehende Überarbeitung ihrer internen Richtlinien und Verfahren.

Pauschale Ablehnungen aus Geldwäschegründen sind unzulässig; Risikoanalysen müssen stets individuell und verhältnismäßig erfolgen.

Zudem müssen IT-Systeme so angepasst werden, dass auch vorübergehende Dokumente verarbeitet werden können.

Bei Ablehnungen sind Kunden unverzüglich schriftlich zu informieren und auf ihr Beschwerderecht beim Arbitro Bancario Finanziario hinzuweisen.

Bis zum 30. November 2026 müssen die Kontrollorgane die Umsetzung überprüfen.

Papierrecht wird endlich Praxis

Die Intervention der Notenbank entlarvt die Abschottung vieler Institute gegenüber sozial Schwächeren.

Dieser Schritt ist überfällig, da das verbriefte Recht auf ein Basiskonto ohne strikte Aufsicht wirkungslos bleibt.

Die Frist bis Ende 2026 zwingt die Branche nun endlich zu konkreten Reformen in der Vertriebspraxis.

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