Wettbewerb bleibt stabil, Preisaufschläge steigen leicht
Italiens Wettbewerbsbehörde (AGCM) und die Banca d’Italia sehen für 2010 bis 2023 insgesamt stabile Wettbewerbsbedingungen. Der Preisaufschlagsfaktor stieg von 1,20 auf 1,23; hohe Konzentration und schwer angreifbare Marktführer bleiben Schwachstellen.
Margen steigen innerhalb der Branchen
Der Bericht vom Oktober 2026 untersucht Preisaufschläge, Umsatzkonzentration und Unternehmensdynamik.
Im privaten Sektor ohne Finanzwirtschaft und Landwirtschaft stieg der Preisaufschlagsfaktor von 2010 bis 2023 von 1,20 auf 1,23. Dahinter stehen vor allem höhere Margen innerhalb einzelner Branchen, nicht Verschiebungen zu profitableren Sektoren.
Zuwächse verzeichneten Industrie, Energie und Großhandel, wo Auslese und Neuorganisation größere Firmen begünstigten.
Im Bau stiegen die unterdurchschnittlichen Margen seit 2020 durch Förderanreize und höhere Investitionen.
Bei freiberuflichen Dienstleistungen sanken die weiterhin hohen Margen teils dank Liberalisierung; auch technologieintensive oder stärker regulierte Branchen verzeichneten leichte Rückgänge.
Konzentration sinkt, Marktführer bleiben
Die Umsatzkonzentration stieg in der Staatsschuldenkrise bis 2014 und lag 2023 wieder nahe dem Stand von 2010.
Öl, Energie, Luft- und Seeverkehr, Telekommunikation und Post sind stark konzentriert, Einzelhandel und Gastronomie weniger.
Luft- und Seeverkehr konsolidierten weiter.
Der Nettomarkteintritt war lange negativ und ist seit 2021 positiv, gestützt durch Erholung und Krisenhilfen.
Führungspositionen blieben beständig, zuletzt jedoch weniger stark.
Gegenläufig festigten Marktführer in Öl, Autobau sowie Luft- und Seeverkehr ihre Stellung.
Stabilität bedeutet nicht offenen Marktzugang
Der Bericht sieht Italien im europäischen Muster stabiler Konkurrenz, anders als die USA.
Viele Kleinstfirmen setzen größere Anbieter wenig unter Druck; die Demografie bremst den Unternehmenswechsel.
Mehr Markteintritte, produktive Firmen und weitere Liberalisierung nennt er als Ansatzpunkte gegen die Verfestigung von Marktmacht.