Italien: Betrug bei digitalen Zahlungen sinkt, Überweisungen anfälliger
Die Banca d'Italia (BDI) meldet für das zweite Halbjahr 2025 einen Rückgang der Betrugsfälle bei digitalen Zahlungen in Italien. Während die Gesamtrate niedrig bleibt, zeigen sich bei Überweisungen höhere durchschnittliche Schadenssummen und eine Zunahme von Manipulationsbetrug.
Rückgang trotz anhaltender Schwachstellen
Im zweiten Halbjahr 2025 verzeichnete Italien einen Rückgang der Betrugsfälle bei digitalen Zahlungen.
Der Gesamtfraudrate bleibt mit 10 Fällen pro 100.000 Operationen (0,010 Prozent) und 3 Euro pro 100.000 Euro Transaktionswert (0,003 Prozent) sehr gering.
Es bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Zahlungsinstrumenten.
Während Überweisungen und ATM-Abhebungen stabile und extrem niedrige Betrugsraten aufweisen (z.B. 0,002 Prozent in Wert für Überweisungen), sind die Raten für E-Geld (z.B. Prepaid-Karten) und Debit-/Kreditkarten zwar höher, aber im Vergleich zum Vorsemester spürbar gesunken.
Bemerkenswert ist, dass die Betrugsrate bei SEPA-Echtzeitüberweisungen mit 0,028 Prozent (Wert) weiterhin deutlich über der von Standardüberweisungen (0,002 Prozent) liegt, jedoch stark rückläufig ist (-38 Prozent gegenüber dem Vorsemester).
Dies wird auf verstärkte Präventionsmaßnahmen und die Einführung der IBAN-Verifizierung (VOP) durch die Instant Payment Regulation (IPR) zurückgeführt.
E-Commerce und Manipulationsbetrug im Fokus
E-Commerce-Transaktionen bleiben anfälliger für Betrug als Zahlungen am physischen POS, der Abstand hat sich jedoch verringert.
Grenzüberschreitende Operationen weisen weiterhin eine höhere Betrugsquote auf, besonders außerhalb des EWR.
Manipulationsbetrug nimmt zu und ist bei Überweisungen mit 72 Prozent des Werts und 58 Prozent der Fälle die dominierende Betrugsart.
Transaktionen mit starker Kundenauthentifizierung (SCA) zeigen geringere Betrugsraten.
Kunden tragen bei Überweisungen (92 Prozent) und ATM-Abhebungen (68 Prozent) den Großteil der Verluste.
Die kommende PSD3/PSR-Regulierung soll hier durch obligatorische Rückerstattungen bei Identitätsdiebstahl Abhilfe schaffen.
Sicherheit wächst, Verantwortung verschiebt sich
Der Bericht der Banca d'Italia zeigt eine positive Entwicklung bei der Eindämmung des Betrugs im digitalen Zahlungsverkehr, insbesondere durch regulatorische Maßnahmen wie die IPR.
Dennoch bleiben Überweisungen anfällig für Manipulationsbetrug, bei dem die Kunden weiterhin den Großteil der finanziellen Last tragen.
Die angekündigten obligatorischen Rückerstattungen durch PSD3/PSR sind ein wichtiger Schritt zur gerechteren Risikoverteilung, doch die Notwendigkeit proaktiver Prävention bleibt bestehen.