Notenbanken debattieren Rüstung, Rohstoffe und Geldpolitik
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Notenbanken debattieren Rüstung, Rohstoffe und Geldpolitik

In Rom versammeln sich Ökonomen am 8. und 9. Oktober 2026 zur zweiten Konferenz für angewandte Makroökonomie. Im Zentrum der gemeinsamen Tagung von Banca d’Italia und Bank of Canada stehen die ökonomischen Folgen von Verteidigungsausgaben, Rohstoffschocks und geldpolitischen Reaktionen.

Von Kriegswirtschaft bis zu KI-Modellen

Die von Chiara Scotti, Vizegouverneurin der Banca d’Italia, eröffnete Tagung im Centro Convegni Carlo Azeglio Ciampi widmet sich drängenden makroökonomischen Spannungsfeldern.

Das Programm umfasst zwei Keynote-Vorträge von Christiane Baumeister (University of Notre Dame) und Francesco Zanetti (University of Oxford).

In den Fachsitzungen präsentieren Zentralbankökonomen neue empirische Arbeiten: João Monteiro und Andresa Lagerborg untersuchen die Trade-offs steigender Verteidigungsausgaben, während Arthur Stalla-Bourdillon von der EZB die Vorhersage von Ölpreisen durch KI-Sprachmodelle auf Basis von OPEC- und IEA-Berichten analysiert.

Zudem beleuchtet Francesco Ferrante von der Fed die Effekte von Zöllen auf Investitionen.

For­schungs­netz­werk über Notenbankgrenzen

Hinter der Konferenz steht eine breite institutionelle Allianz: Neben der Banca d’Italia und der Bank of Canada finanziert das Centre for Advanced Study (CAS) der Norwegischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Projekts „Energy Transition“ die Tagung.

Das wissenschaftliche Komitee um Hilde C. Bjørnland und Reinhard Ellwanger bündelt Beiträge von Institutionen wie BIZ, IWF, Banque de France und Sveriges Riksbank.

Schwerpunkte bilden neben Energiepreisen auch Geldpolitik-Reaktionen und fiskalische Risiken.

Gespür für Risiken, Distanz zur Praxis

Die Themenwahl trifft mit Rüstung, Energie und Zöllen exakt die wunden Punkte gegenwärtiger Notenbankpolitik.

Gleichwohl kranken viele der akademischen Papiere an zu speziellen Modellannahmen ohne direkten Nutzen für Zinsentscheide.

Als Frühwarnsystem für strukturelle Angebotsschocks bleibt dieser Austausch dennoch unverzichtbar.

Quelle: Second Conference on 'Applied Macroeconomics'

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