Panetta fordert privates Kapital und Schutz für arme Länder
Fabio Panetta, Gouverneur der italienischen Zentralbank, befürwortet mehr private Entwicklungsfinanzierung. Bei der 114. Sitzung des Entwicklungsausschusses am 15. Oktober 2026 in Bangkok fordert er zugleich Spielraum für antizyklische Kredite.
Privates Kapital mit klaren Grenzen
Panetta unterstützt die Strategie der Weltbankgruppe, privates Kapital durch gemeinsame Standards für Projektvorbereitung, Offenlegung und Kreditrisiken zu mobilisieren.
Geduldiges, risikotragendes Eigenkapital, Finanzierung in Landeswährung und tiefere heimische Kapitalmärkte sollen Investitionen ermöglichen, ohne die Auslandsverschuldung zu erhöhen.
Private Finanzierung sei jedoch nicht überall tragfähig und bringe zusätzliche Finanzierungs- und Umsetzungsrisiken.
Die Instrumente müssten daher zu Ländern, Sektoren und Technologien passen.
Laut Weltentwicklungsbericht 2026 könne eine breite Nutzung künstlicher Intelligenz das jährliche Potenzialwachstum in Schwellen- und Entwicklungsländern um 0,8 Prozentpunkte erhöhen.
Kernenergie und Kapital neu ausrichten
Panetta begrüßt den verlängerten Klimaaktionsplan und den selektiven Wiedereinstieg der Weltbankgruppe in die Kernenergie mit der Internationalen Atomenergie-Organisation und höchsten Sicherheitsstandards.
Er unterstützt die um zwei Jahre verlängerten Zeichnungsfristen der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und der Internationalen Finanz-Corporation.
Die Lima-Prinzipien sollen die Überprüfung der Anteilsverteilung 2030 leiten.
Auch die Zwischenprüfung von IDA21 und eine erfolgreiche Wiederauffüllung unter IDA22 unterstützt er.
Entwicklung braucht mehr als Finanzierung
Panetta verbindet Entwicklungsfinanzierung mit beruflicher Bildung, belastbaren Gesundheitssystemen und sozialem Schutz.
Klimaschutz, gute Regierungsführung, Transparenz und Geschlechtergleichstellung sollen alle Strategien prägen.
Für arme und fragile Länder verlangt er weiter antizyklische Kreditvergabe.