Angelini fordert stabile Regeln für grüne Kredite
Paolo Angelini, Generaldirektor der Banca d’Italia, fordert bei der Vorstellung des ASviS-Berichts in Rom verlässliche Regeln für die Energietransition. Banken sollen Investitionen begleiten, statt den Umbau zu steuern.
Grüne Kredite brauchen belastbare Risikodaten
Der Anteil grüner Hypotheken an den Neuzusagen in Italien verdoppelte sich zwischen 2022 und 2024 auf 12 Prozent.
Energetische Sanierungen können laut Angelini die Rückzahlungsfähigkeit stärken, weil sie Haushalte gegen Energiepreisschocks absichern.
Zwei Drittel ihres Energieverbrauchs entfallen auf Raumtemperierung und Warmwasser.
Die technisch komplexe EU-Taxonomie und uneinheitliche Marktdefinitionen erschweren jedoch belastbare Risikovergleiche.
Die Banca d’Italia schlägt deshalb eine vereinfachte Definition grüner Kredite vor und will sie auf europäischer Ebene diskutieren.
Belege für geringere Risiken könnten nach Angelinis Darstellung niedrigere Eigenkapitalanforderungen und günstigere Kredite rechtfertigen.
Weniger Berichtspflichten, weniger verfügbare Daten
Das im Februar 2026 verabschiedete Omnibus-Paket würde die Zahl berichtspflichtiger italienischer Unternehmen von rund 8.000 auf etwa 1.000 senken.
Angelini bezeichnet dies als Rückschritt gegenüber der ursprünglichen EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD.
Fehlende, unvollständige oder schlecht vergleichbare Daten erhöhen laut ihm Unsicherheit und Risikoprämien.
Banken sollen emissionsintensive Stahl- und Zementunternehmen beim Umbau beraten, statt lediglich ihre Finanzierungen abzubauen.
Kleine und mittlere Unternehmen benötigen zusätzliche Unterstützung beim Finanzierungszugang.
Finanzierung begleitet, Politik setzt Rahmen
Vollständig genutzte Hallendächer könnten laut den von Angelini genannten Schätzungen Italiens Photovoltaikkapazität verdoppeln.
Dafür wären 30 bis 36 Mrd. Euro nötig.
Er fordert stabile Regeln, schnellere Genehmigungen sowie Investitionen in Netze und Speicher; Banken sollen tragfähige Projekte auswählen.