Italiens Wirtschaft wächst um 0,2 Prozent im zweiten Quartal
Italiens Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2026 um 0,2 Prozent gewachsen, während die Inflationsrate im August 3,2 Prozent erreichte. Die Banca d’Italia verzeichnete für das erste Halbjahr zugleich einen Leistungsbilanzüberschuss von 11,9 Milliarden Euro.
Gedämpftes Wachstum bei steigender Teuerung
Das italienische Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein leichtes Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Getragen wurde die Entwicklung von den Konsumausgaben der privaten Haushalte mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent sowie den Bruttoanlageinvestitionen mit plus 0,3 Prozent.
Die harmonisierte Inflationsrate stieg im August 2026 auf 3,2 Prozent im Vorjahresvergleich, während die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei moderaten 1,7 Prozent verharrte.
Auf der Handelsseite weitete sich der Leistungsbilanzüberschuss im ersten Halbjahr 2026 deutlich auf 11,9 Milliarden Euro aus, nach 6,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Parallel dazu kletterte die Rendite zehnjähriger BTP-Staatsanleihen im August auf durchschnittlich 3,99 Prozent.
Stabile Banken gegen hohe Schuldenlast
Die italienischen Banken weisen eine solide Kapitalisierung auf: Die gewichtete harte Kernkapitalquote (CET1) lag im März 2026 bei 15,43 Prozent, bei einer Gesamtkapitalquote von 19,47 Prozent und einer Liquiditätsdeckungsquote von 174,09 Prozent.
Bei den öffentlichen Finanzen veranschlagt das Finanzministerium die Bruttoschuldenquote für 2026 auf 138,6 Prozent des BIP bei einem Primärüberschuss von 1,2 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert die Notenbank ein BIP-Wachstum von lediglich 0,5 Prozent.
Wachstumsschwäche trifft Schuldenberg
Italiens Wirtschaft verharrt mit 0,5 Prozent Jahreswachstum in einer anhaltenden Schwächephase.
Zwar federn solide Bankbilanzen Schocks ab, doch steigende Renditen verteuern den Schuldendienst.
Bei knapp 139 Prozent Staatsverschuldung bleibt das Land anfällig für Refinanzierungsrisiken.