KI-Boom treibt globale Investitionen und verschleiert Konjunktursignale
Der rasante Ausbau der künstlichen Intelligenz stützt das globale Wachstum und treibt die Investitionen an. Gleichzeitig erschwert der KI-Boom durch gleichzeitige Nachfrage- und Angebotsschübe die Steuerung der Geldpolitik.
Ein Prozent des BIP für Rechenzentren
Die Ausgaben für Rechenzentren, Halbleiter und digitale Infrastruktur erreichen in den am stärksten exponierten Volkswirtschaften wie den USA und Australien rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Globale Investitionen in KI-Infrastruktur sollen von heute 500 Milliarden auf bis zu vier Billionen US-Dollar bis 2030 steigen.
Dieser Kapitalbedarf treibt eine starke Nachfrage nach privater Kreditvergabe und Unternehmensanleihen, während sich die Verschuldung von KI-Firmen erhöht.
Gleichzeitig verändern sich die Handelsströme massiv: Exportpreise für Güter mit hohem KI-Anteil sind in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen, was in exportierenden Ländern wie Korea zu spürbaren Terms-of-Trade-Gewinnen führt.
Produktivitätsversprechen trifft auf Arbeitsmarkt
Obwohl generative KI die Produktivität durch die Automatisierung kognitiver Aufgaben steigern kann, bleibt der aggregierte Effekt unsicher und ungleich verteilt.
Erste Anzeichen einer Arbeitsmarktentspannung zeigen sich in hoch exponierten Sektoren, in denen die Beschäftigung langsamer wächst.
Gleichzeitig signalisieren knapp 80 Prozent der Unternehmen in Telefonkonferenzen eine verstärkte Automatisierungsabsicht, was zu neuen Qualifikationsunterschieden und Reibungen führen kann.
Geldpolitik im Nebel
Die gleichzeitige Beeinflussung von Angebot und Nachfrage durch KI macht klassische Konjunktursignale unbrauchbar.
Zentrale Banken laufen Gefahr, durch verzerrende Vermögenseffekte und vorübergehende Nachfrageschübe ihre Zinspolitik zu miskalibrieren.
Ohne einen datenabhängigen Ansatz drohen schwerwiegende Fehlsteuerungen.