Sleijpen beziffert EU-Klimaschäden auf 180 Milliarden Euro
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Sleijpen beziffert EU-Klimaschäden auf 180 Milliarden Euro

Die wirtschaftlichen Folgen extremer Wetterereignisse könnten das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union in diesem Jahr um rund ein Prozent oder 180 Milliarden Euro schmälern. Dies betonte NGFS-Vorsitzender Olaf Sleijpen am 1. Oktober auf dem Sustainable Finance Gipfel in Frankfurt.

Mil­li­ar­den­ver­lus­te auf Feldern und Flüssen

Der Dürresommer hinterlässt in Europa messbare Schäden.

Laut dem Handelsverband Coceral vernichtete die Hitze knapp 9 Millionen Tonnen Getreide, ein Verlust von rund 2 Milliarden Euro.

Niedrigwasser in Rhein, Mosel und Main traf die Binnenschifffahrt.

Oxford Economics kalkuliert, dass ungünstiges Wetter die Nahrungsmittelinflation um über einen Prozentpunkt antreiben könnte.

Zugleich sinkt die Arbeitsproduktivität laut Allianz Research zwischen 30 und 35 Grad Celsius um rund 3 Prozent pro Grad Temperaturanstieg.

Die Gesamteffekte könnten das EU-BIP in diesem Jahr um 1 Prozent oder etwa 180 Milliarden Euro senken.

„Wir können es sehen, wir können es spüren, wir können es messen“, konstatierte Sleijpen.

Schadenssummen verdoppeln sich binnen zweier Dekaden

Das von acht Notenbanken gegründete NGFS umfasst mittlerweile über 150 Zentralbanken und Regulierer.

Eine G7-Studie zu 31 Extremwetterereignissen zwischen 2021 und 2025 belegt das Ausmaß: BIP-Verluste von bis zu 50 Prozent und Inflationsanstiege von bis zu 17 Prozentpunkten.

Die weltweiten Schäden übertrafen 2025 mit 200 Milliarden Dollar das Niveau der 2000er Jahre um das Doppelte.

NGFS-Szenarien zeigen klar, dass Nichthandeln volkswirtschaftlich deutlich teurer ist als eine geordnete Transformation.

Zahlen schlagen Ideologie

Sleijpen trennt präzise zwischen staatlicher Klimapolitik und notenbankfähigem Risikomanagement.

Wer reale Produktivitäts- und Inflationsschocks ignoriert, gefährdet die geldpolitische Analysefähigkeit.

Seine Daten entzaubern den Vorwurf einer ideologischen Mandatsüberdehnung im Notenbankensektor.

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