Nagel drängt auf Sparunion und digitalen Euro
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Nagel drängt auf Sparunion und digitalen Euro

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat mehr Tempo bei der europäischen Spar- und Investitionsunion sowie dem digitalen Euro gefordert. Vor Diplomaten in Frankfurt betonte er die Notwendigkeit einer gestärkten Souveränität Europas.

Kapital für europäische Scale-ups

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel dringt auf die rasche Umsetzung der europäischen Spar- und Investitionsunion.

Junge, innovative Unternehmen in Europa seien bei der Wachstumsfinanzierung weiterhin stark auf Risikokapital aus Drittstaaten angewiesen.

Um diese Abhängigkeit zu verringern, begrüßt Nagel den Fahrplan der EU-Institutionen zur Marktintegration.

Der Maßnahmenkatalog sieht unter anderem ein neues 28. Regimereglement für Unternehmensrecht (EU Inc.), überarbeitete Verbriefungsregeln sowie eine zentralisiertere Beaufsichtigung von Wertpapieren und Nicht-Banken vor.

"Wir müssen in Europa in der Lage sein, unsere Innovationskraft selbst in weltweit erfolgreiche Produkte zu übersetzen", betonte der Bundesbank-Chef vor EU-Botschaftern.

Ein digitaler Anker im Zahlungsverkehr

Neben den Kapitalmärkten sieht Nagel den Zahlungsverkehr als kritische Infrastruktur für Europas Souveränität.

Derzeit dominierten US-Anbieter wie Mastercard, Visa und PayPal den Markt für digitale Zahlungen.

Der digitale Euro könne hier als verlässlicher Anker fungieren.

Die Trilog-Verhandlungen über den Rechtsrahmen haben begonnen.

Das Eurosystem plant Mitte 2027 eine Pilotphase, die Einführung bleibt für 2029 vorgesehen.

Der Wille zählt, die Umsetzung entscheidet

Nagels Mahnung zur europäischen Finanzsouveränität benennt die drängendsten Schwachstellen der EU.

Doch neue Regularien wie das 28. Regime lösen die fundamentale Zersplitterung der nationalen Märkte nicht von allein.

Ohne echten Reformwillen der Mitgliedstaaten bleibt die angestrebte Wettbewerbsfähigkeit bloße Rhetorik.