Leitzins sinkt um 50 Basispunkte auf 15,75 Prozent
Kasachstans Nationalbank senkt den Leitzins um 50 Basispunkte auf 15,75 Prozent, nachdem die Inflation im September auf 9,3 Prozent fiel. Sie strebt 6,5–8,5 Prozent Inflation 2027 und das Ziel von 5 Prozent im Verlauf von 2028 an.
Sinkende Inflation schafft Zinsspielraum
Gouverneur Timur M Suleimenov begründet die Senkung mit rückläufiger Inflation, stärkerem Tenge und normalisierter Konsumnachfrage.
Die Jahresinflation sank von 9,8 Prozent im August auf 9,3 Prozent im September.
Nahrungsmittel verteuerten sich um 8,5 statt 9,5 Prozent, andere Waren um 11 Prozent und Dienstleistungen um 8,9 Prozent.
Monatlich stiegen die Preise um 0,6 Prozent; Kerninflation und saisonbereinigte Inflation betrugen jeweils 0,7 Prozent.
Die Inflationserwartungen der Haushalte sanken von 12,1 auf 11,8 Prozent.
Fachleute rechnen mit 9,5 Prozent für 2026 und 8,3 Prozent für 2027.
Die Nationalbank hält angesichts überwiegender Aufwärtsrisiken an mäßig straffen Bedingungen fest.
Mindestreserven und Spiegelungsoperationen sollen überschüssige Liquidität abschöpfen.
Investitionen stützen Nachfrage und Risiken
Das BIP wuchs von Januar bis September 2026 um 4,2 Prozent, ohne Bergbau um 5,4 Prozent.
Die Ölförderung sank um 8,3 Prozent.
Reale Anlageinvestitionen stiegen um 7 Prozent, nicht rohstoffbezogene Investitionen ohne Haushaltsmittel um 25 Prozent.
Staatliche und quasifiskalische Programme stützen die Nachfrage.
Extern belasten Nahostspannungen und Brentpreise über 100 US-Dollar je Barrel.
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhöhten ihre Leitzinsen im September jeweils um 25 Basispunkte.
Tarifeffekt ist kein Zinsautomatismus
Um 14 Prozent gesunkene Versorgungstarife im Schlussquartal 2025 schaffen eine niedrige Vergleichsbasis.
Die Nationalbank will auf direkte Reformeffekte nicht mit Zinserhöhungen reagieren, Zweitrundeneffekte aber beobachten.
Suleimenov bezeichnet eine weitere Zinsänderung bis Ende 2026 als wenig wahrscheinlich.