Griechische Banken senken NPL-Quote auf 3,4 Prozent
Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras verweist auf die Sanierung des heimischen Bankensektors mit einer NPL-Quote von 3,4 Prozent. Zugleich drängt er auf eine rasche Vollendung der europäischen Kapitalmarktunion, um den Übergang nach dem Auslaufen der RRF-Mittel ab 2026 abzufedern.
Rückkehr zu zweistelligen Renditen
Der griechische Bankensektor hat seine Sanierung abgeschlossen und erreicht wieder eine durchschnittliche Kapitaladäquanzquote von rund 20 Prozent.
Die Quote notleidender Kredite sank auf 3,4 Prozent und nähert sich damit dem EU-Durchschnitt an.
Mit einer Liquiditätsdeckungsquote von etwa 190 Prozent und wieder aufgenommenen Dividendenausschüttungen verzeichnen alle bedeutenden Institute ein Investment-Grade-Rating sowie zweistellige Eigenkapitalrenditen.
Ein wesentlicher Treiber des Wachstums bleibt die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF): Bis Ende Mai 2026 wurden RRF-Kredite im Umfang von 13,2 Milliarden Euro vergeben und die Auszahlungsquote erreichte 68,5 Prozent.
Brücke statt temporärer Anschub
Das Auslaufen der RRF-Meldepflichten im Jahr 2026 bedeutet keinen abrupten Stopp der Investitionen, da Kreditauszahlungen bis 2029 weiterlaufen.
Allerdings macht die erneute Unsicherheit an den Energiemärkten – der Juni-Rückgang der Euro-Inflation auf 2,8 Prozent wird durch frische Spannungen im Nahen Osten gefährdet – den Reformdruck deutlich.
Um den gewaltigen Investitionsbedarf in Ausrüstung, Klimaschutz und Digitalisierung zu decken, fordert Stournaras die Vollendung der europäischen Bankenunion sowie eine echte Spar- und Investitionsunion zur Mobilisierung privaten Kapitals.
Der wahre Stresstest folgt erst
Griechenlands Banken glänzen wieder, doch die Erholung stützt sich stark auf EU-Fördergelder.
Ohne vollendete Kapitalmarktunion droht nach dem RRF-Auslauf eine spürbare Investitionslücke.
Nur wenn privates Kapital einspringt, wird aus der Intervention ein dauerhafter Erfolg.