KI-Szenarien belasten britische Finanzrenditen am stärksten
KI-bezogene Börsenbewegungen hängen je nach Markt unterschiedlich mit extremen Finanzrenditen zusammen. Das zeigt das am 16. Oktober 2026 veröffentlichte Forschungspapier 2026-40 der Bank von Kanada (BoC).
Fünf Märkte, unterschiedliche Verlustmuster
Javier Ojea-Ferreiro, Andrea Ugolini und Juan C. Reboredo finden den größten negativen KI-Beitrag zur Renditeasymmetrie im Vereinigten Königreich: −0,052 gegenüber −0,026 in Europa, −0,035 in China und −0,001 in Kanada.
In den USA haben reine KI-Szenarien mit rund 7 Prozent das geringste Gewicht in beiden Verteilungsrändern.
Die mittleren Renditen der unteren und oberen 5 Prozent betragen dort −2,55 und 2,47 Prozent, in Europa −2,44 und 2,06, in China −2,36 und 2,49, im Vereinigten Königreich −2,28 und 1,97 sowie in Kanada −1,85 und 1,57 Prozent.
Nur China weist eine positive mittlere Asymmetrie auf, getragen von Finanzsektor- und gemeinsamen KI-Makroszenarien.
Finanzsektorspezifische Szenarien dominieren die Extremrenditen in allen fünf Märkten.
Vier Szenarien trennen die Risiken
Die Tagesdaten reichen vom 9. Dezember 2021 bis Dezember 2025 und lauten auf lokale Währung.
Ein KI-Aktienindex misst die vom Markt wahrgenommene KI-Exposition; regionale Aktienindizes ohne Finanz- und KI-Firmen bilden die Realwirtschaft ab.
Die Autoren zerlegen den erwarteten Verlust jenseits einer Risikoschwelle und einen randempfindlichen Schiefeindex in vier Szenarien: nur Finanzsektor, zusätzlich KI, zusätzlich Makroökonomie oder beide gemeinsam.
Ein dynamisches Copula-Modell erfasst die Abhängigkeiten.
Zusammenhang ist kein Kausalnachweis
Die Autoren verstehen das Verfahren als marktgestützte Ergänzung zu Stresstests.
Es misst weder den internen KI-Einsatz noch Kredit-, Refinanzierungs- oder Betriebsrisiken direkt und belegt keine Kausalwirkung.
Die Ergebnisse sind Autorenpositionen, keine offizielle Haltung der BoC.
Quelle: Artificial Intelligence and Financial Tail Risks
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