Regulierungsschwellen steigen ab 2031 automatisch mit dem BIP
Die britische Bankenaufsicht PRA will 128 regulatorische Schwellenwerte ab Juli 2031 alle fünf Jahre automatisch an das nominale BIP-Wachstum anpassen. Die Konsultationsfrist für das vorgeschlagene Indexierungsmodell endet am 7. Februar 2027.
Fünfjahreszyklus gegen die kalte Progression
Um eine schleichende Verschärfung der Regulierung durch Wirtschaftswachstum und Inflation zu verhindern, schlägt die PRA ein regelbasiertes Indexierungsmodell vor.
Betroffen sind zunächst 128 feste Schwellenwerte im Regelwerk, darunter 52 Meldepflichten und 31 Perimeterdefinitionen.
Basisjahr der Berechnung ist 2026.
Nach einer initialen Dreijahresperiode erfolgt die erste automatische Anpassung zum 1. Juli 2031 auf Grundlage des kumulierten nominalen BIP-Wachstums des Statistikamts ONS.
Danach greift ein fester Fünfjahreszyklus.
Die ermittelten Schwellenwerte werden auf zwei signifikante Stellen gerundet und den Instituten mit sechs Monaten Vorlauf mitgeteilt.
Ausgenommen bleiben Werte, die gesetzlich fixiert sind.
Zwischen Modellrisiken und Aufsichtsabstimmung
Komplexere Schwellenwerte klammert die Aufsicht vorerst aus und stellt sie in einem begleitenden Papier zur Debatte.
Dazu zählen Schwellen für interne Ratingsysteme (IRB), bei denen eine Indexierung aufwendige Modellneukalibrierungen erzwingen könnte.
Auch gemeinsame Schnittstellen mit der FCA – etwa Vergütungsgrenzen von 660.000 Pfund oder Vorgaben für Führungskräfte – stehen auf dem Prüfstand.
Zugleich synchronisiert die Bank of England ihre MREL-Vorgaben mit dem neuen Fünfjahreszyklus.
Sinnvolle Entlastung mit langem Anlauf
Der Autopilot beendet zeitraubende Einzelanpassungen und schützt Institute wirksam vor kalter Progression.
Dass der Mechanismus erst 2031 greift, verzögert spürbare Entlastungen jedoch beträchtlich.
Für Banken mit internen Modellen bleibt der bürokratische Aufwand zudem vorerst unverändert hoch.