90 Prozent der japanischen Institute nutzen generative KI
BOJ Paper

90 Prozent der japanischen Institute nutzen generative KI

Eine Umfrage der Bank of Japan unter 150 Finanzinstituten zeigt: 90,6 Prozent nutzen oder testen generative KI. Rund die Hälfte der Anwender verarbeitet dabei bereits vertrauliche Kundendaten in operativen Kernprozessen.

Vom Bürogehilfen zum Kreditprüfer

Die Bank of Japan befragte im Rahmen ihrer jährlichen Erhebung 150 Institute, darunter zehn Großbanken und 95 Regionalbanken.

Der Anteil der aktiven Nutzer stieg binnen zwei Jahren von 31,0 auf 79,3 Prozent, weitere 11,3 Prozent befinden sich in der Testphase.

Besonders bei kleineren Regionalbanken zog der Einsatz kräftig an.

Hauptanwendungsbereiche sind bislang Dokumentenerstellung, Protokollierung und die interne Richtliniensuche.

Zunehmend dringt die Technologie jedoch in Kernprozesse vor: 55,1 Prozent der nutzenden Banken erlauben die Eingabe vertraulicher Kundendaten.

Genau 67 Institute setzen generative KI bereits direkt in kundenspezifischen Abläufen wie der Kreditprüfung oder Vertriebsunterstützung ein.

Direkte Kundenkontakte über autonome Chatbots bleiben hingegen vorerst die Ausnahme.

Große Ambitionen, offene Flanken

Beim Risikomanagement dominieren pragmatische Ansätze: 65,4 Prozent der Institute steuern KI-Projekte über IT-Abteilungen, nur 20,6 Prozent über dedizierte Führungsteams.

Während Richtlinien und Kontrollprinzipien wie „Human-in-the-Loop“ weitgehend etabliert sind, offenbart die Selbsteinschätzung erhebliche Lücken beim Drittanbieter-Risikomanagement, bei Abwehrmaßnahmen gegen Prompt-Injections sowie beim Aufbau von Sicherheitsleitplanken.

Konventionelle, auf Einzelfunktionen trainierte KI-Systeme bleiben bei 72,7 Prozent der Institute parallel im Betrieb.

Tempo schlägt Risikokontrolle

Die rasante KI-Einführung verdeckt gefährliche Governance-Lücken bei Japans Banken.

Dass Institute bereits sensible Kundendaten einspeisen, während Sicherheitsleitplanken fehlen, birgt massive operationelle Risiken.

Die Bank of Japan muss hier rasch von Dialogen zu verbindlichen Prüfungsstandards übergehen.

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