Japanische Haushalte erwarten 11,8 Prozent Teuerung in einem Jahr
11,8 Prozent Preisanstieg binnen eines Jahres erwarten Japans Haushalte laut der am 13. Oktober 2026 veröffentlichten Umfrage der Bank von Japan (BoJ). Im Juni lag der Mittelwert bei 13,1 Prozent; der Median bleibt bei 10,0 Prozent.
Preiserwartungen sinken, Belastung bleibt
Die 107. Befragung zeigt sinkende mittlere Preiserwartungen: Für die nächsten fünf Jahre nennen Haushalte jährlich 10,1 Prozent nach 10,8 Prozent im Juni 2026.
Der Median bleibt bei 5,0 Prozent.
Den Preisanstieg im vergangenen Jahr beziffern sie auf durchschnittlich 16,2 Prozent nach 16,5 Prozent; der Median beträgt 10,0 Prozent.
Die Mittelwerte schließen jeweils die höchsten und niedrigsten 0,5 Prozent der Angaben aus.
84,9 Prozent der Befragten, die Preissteigerungen wahrnehmen, bewerten diese negativ.
54,4 Prozent melden schlechtere Haushaltsverhältnisse; davon nennen 91,4 Prozent gestiegene Preise als Grund.
58,0 Prozent haben ihre Ausgaben erhöht, davon 87,7 Prozent wegen höherer Kosten.
38,8 Prozent planen Ausgabenkürzungen im kommenden Jahr.
Weniger Konjunkturpessimismus, mehr Einkommen
58,2 Prozent beurteilen die Konjunktur schlechter als vor einem Jahr, nach 62,5 Prozent im Juni; 42,8 Prozent erwarten eine Verschlechterung, nach 49,9 Prozent.
Der Einkommenssaldo steigt um 5,3 auf minus 5,4 Prozentpunkte, den höchsten Wert der Reihe.
Die BoJ befragte vom 3. August bis 4. September 2026 landesweit 4.000 Personen ab 20 Jahren.
1.972 antworteten gültig, eine Quote von 49,3 Prozent.
Die geschichtete zweistufige Zufallsstichprobe erhielt Postfragebögen; Antworten waren postalisch oder online möglich.
Wahrnehmung ist keine Inflationsmessung
Die Preisangaben erfassen persönliche Wahrnehmungen und Erwartungen, nicht die gemessene Verbraucherpreisinflation.
Nur 21,9 Prozent kennen das Preisstabilitätsziel von 2 Prozent, 49,9 Prozent finden die BoJ-Erklärungen unklar.
Zugleich vertrauen 43,5 Prozent der Zentralbank, nach 44,8 Prozent im Juni.