Makhlouf sieht Ökonomenberuf im KI-Zeitalter gestärkt
In seinem siebten jährlichen Brief an Studierende betont CBI-Gouverneur Gabriel Makhlouf die Rolle der Wirtschaftswissenschaften. Trotz KI und geopolitischer Schocks bleibe das menschliche Urteilsvermögen bei echter Unsicherheit unverzichtbar.
Menschliches Urteil schlägt Algorithmen
Gabriel Makhlouf richtet seinen siebten Jahresbrief an Wirtschaftsstudierende vor dem Hintergrund neuer globaler Verwerfungen wie dem Angriff auf Iran und anhaltenden Inflationsrisiken.
Während Irlands Wirtschaft durch KI-Investitionen multinationaler Konzerne wachse, warnt der CBI-Gouverneur vor blinder Technikgläubigkeit.
Ökonomie sei eine „moralische Wissenschaft“ und keine Naturwissenschaft.
Künstliche Intelligenz könne zwar Daten analysieren, versage jedoch bei der Formulierung relevanter Fragen, der Erkennung mangelhafter Datengrundlagen und der Vermittlung politischer Zielkonflikte.
Ökonomen müssten wie Weber verschiedene Disziplinen zusammenführen und mit echter Unsicherheit umgehen.
Zwischen Ideengeschichte und Schreibhandwerk
Für die Ausbildung empfiehlt Makhlouf einen Blick über den Tellerrand der Standardmodelle.
Neben interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftlern und Ethikern mahnt er das Studium der Wirtschaftsgeschichte von Adam Smith bis George Akerlof an.
Zudem warnt er davor, sich auf einzelne Quellen oder Ausgaben von Sprachmodellen wie Claude und Qwen zu verlassen.
Entscheidend für die politische Praxis sei zudem präzises und einfaches Schreiben nach den Regeln von George Orwell.
Erdung statt Modellromantik
Makhloufs Brief setzt ein starkes Korrektiv gegen die aktuelle KI-Euphorie.
Er stellt Urteilskraft und historische Tiefe zu Recht über reine Modellgläubigkeit.
Für den akademischen Nachwuchs bietet dieser Realismus einen besseren Kompass als rein theoretische Modelle.
Quelle: A Letter to Students of Economics - 2026
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