Leistungsbilanzüberschuss steigt auf 21 Milliarden Dollar
Der russische Leistungsbilanzüberschuss ist im zweiten Quartal 2026 auf 21 Milliarden US-Dollar gestiegen, verglichen mit 2 Milliarden im Vorjahr. Haupttreiber war der starke Anstieg der Rohstoffexporte infolge hoher Weltmarktpreise und ausgeweiteter Handelsbeziehungen mit Asien.
Rohstoffpreise treiben den Warenausfuhrüberschuss
Der Handelsbilanzüberschuss kletterte im zweiten Quartal 2026 auf 38 Milliarden US-Dollar, nach 24 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Die Warenexporte summierten sich auf 126 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 27 Prozent im Jahresvergleich entspricht.
Wesentlicher Auslöser waren gestiegene Weltmarktpreise für Rohstoffe wie Öl, Gas und Metalle, begünstigt durch Versorgungsengpässe im Nahen Osten.
Der durchschnittliche Preis für russisches Urals-Öl stieg auf 82 US-Dollar pro Barrel.
Gleichzeitig setzte sich die geografische Verlagerung des Handels fort: Der Anteil Asiens an den russischen Warenexporten stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 80 Prozent, während der europäische Anteil auf 13 Prozent sank.
Importe ziehen an und der Rubel gewinnt an Boden
Auf der Importseite verzeichnete Russland einen Zuwachs um 16 Prozent auf 87 Milliarden US-Dollar, vor allem getrieben durch Lieferungen von Maschinen, Ausrüstung und Fahrzeugen.
Zudem veränderte sich die Abwicklungsstruktur im Außenhandel weiter deutlich zugunsten der heimischen Währung.
Im zweiten Quartal 2026 wurden 63 Prozent der Exportlöse in russischen Rubeln abgewickelt, verglichen mit 53 Prozent im Vorjahr.
Bei den Importen erreichte der Rubel-Anteil 55 Prozent.
Währungen aus sogenannten unfreundlichen Staaten machten bei den Exporteinnahmen nur noch 11 Prozent aus.
Trügerischer Glanz im Außenhandel
Der hohe Überschuss täuscht über die wahren Verwundbarkeiten der russischen Wirtschaft hinweg.
Die Exporteinnahmen hängen fast komplett an externen Rohstoffpreisschocks statt an echter Stärke.
Die erzwungene Umleitung der Handelsströme nach Asien schafft zudem neue, gefährliche Klumpenrisiken.