Preisanstieg flacht in zwei Dritteln der russischen Regionen ab
CBR Press

Preisanstieg flacht in zwei Dritteln der russischen Regionen ab

In fast zwei Dritteln der russischen Regionen hat sich das Preiswachstum im Juli abgeschwächt. Treiber waren saisonale Effekte bei Nahrungsmitteln sowie Preisrückgänge im Inlandstourismus, während Engpässe bei Kraftstoffen und ein enger Arbeitsmarkt den Teuerungsdruck aufrechterhielten.

Saisoneffekte dämpfen, Kraftstoffe treiben

Die regionale Preisdynamik in Russland entwickelte sich im Juli uneinheitlich, verlor jedoch in der Mehrheit der Gebiete an Tempo.

In fast zwei Dritteln der Regionen stiegen die Verbraucherpreise langsamer als im Vormonat Juni.

Ausschlaggebend für die Verlangsamung waren saisonale Preisrückgänge bei Agrargütern sowie Einmaleffekte im Dienstleistungssektor.

Zwar gaben die Preise für Obst und Gemüse saisonbedingt nach, der Rückgang fiel jedoch schwächer aus als für den Monat Juli üblich.

Während sich Fleisch und Zucker spürbar verteuerten, verbilligten sich Milchprodukte, Butter und Käse.

Ein für die Sommermonate ungewöhnlicher Preisrückgang zeigte sich zudem bei inländischen Tourismusdienstleistungen wie Hotels, Sanatorien und organisierten Ausflügen.

Treib­stof­feng­päs­se und enger Arbeitsmarkt

Dem allgemeinen Dämpfungstrend standen erhebliche Aufwärtsrisiken gegenüber.

Versorgungsengpässe bei Mineralölprodukten trieben die Preise für Benzin und Dieselkraftstoff in vielen Landesteilen weiterhin rasch nach oben.

Gleichzeitig sorgte der angespannte Arbeitsmarkt für anhaltend hohe Teuerungsraten bei medizinischen und persönlichen Dienstleistungen.

Preisdämpfend wirkten hingegen Bekleidung und Schuhe.

Die Bank von Russland bekräftigte in diesem Zusammenhang ihr Ziel, über die Geldpolitik eine nachhaltig niedrige Inflation in allen Regionen durchzusetzen.

Saisoneffekte verdecken strukturellen Druck

Die Abschwächung der Teuerung in vielen Regionen täuscht über anhaltende Risiken hinweg.

Treibstoffengpässe und akuter Personalmangel halten den zugrundeliegenden Preisdruck hoch.

Für eine geldpolitische Entwarnung der Notenbank liefert der Juli-Bericht kein tragfähiges Fundament.

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