KI-Nutzung allein bringt den Niederlanden kein Produktivitätsplus
DNB Studie

KI-Nutzung allein bringt den Niederlanden kein Pro­duk­ti­vi­täts­plus

Breite KI-Nutzung garantiert keine höhere Produktivität, zeigt eine Untersuchung der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB). Die Erträge hängen von verlässlichem Zugang, betrieblicher Integration und der Verlagerung von Arbeit und Kapital ab.

Zwischen Zugang und Wachstum

Marco Hoeberichts, Inge Klaver, Frank van Moock, Astrid Ruland und Rixt Swierstra beschreiben drei Voraussetzungen für wirtschaftliche KI-Erträge: Zugang, produktive Anwendung und Verbreitung sowie die Neuverteilung von Arbeit und Kapital.

Mehr als ein Drittel der niederländischen Beschäftigten nutzt generative KI beruflich.

Produktivitätsgewinne verlangen jedoch Investitionen in Daten, Software, Qualifikation und Arbeitsabläufe.

Kleine Unternehmen bleiben zurück; geringe Unternehmensdynamik hemmt die Verlagerung zu produktiveren Betrieben.

Die Autoren empfehlen offene Standards, europäische Infrastrukturkooperation, Weiterbildung und besseren Zugang zu Wachstumsfinanzierung.

Eigene Spitzenmodelle oder vollständige europäische Selbstversorgung sind dafür nicht notwendig.

Exposition ist kein Stellenabbau

Bei etwa einem Viertel der Erwerbstätigen kann KI mindestens die Hälfte der Aufgaben beschleunigen; bei einer Schwelle von 40 Prozent betrifft dies etwa die Hälfte.

Hochschulabsolventen stellen 62 Prozent der stark exponierten Gruppe, gegenüber 45 Prozent aller Erwerbstätigen.

Jährlich wechseln 17 Prozent den Arbeitgeber; 2024 bis 2025 wechselten 57 Prozent dieser Personen auch die Branche.

Forschung zu unfreiwilligen Übergängen beziffert Einkommensverluste über fünf Jahre auf rund 9 Prozent eines Jahreseinkommens, nicht als gemessene KI-Folge.

Erst Nachfrage, später Kapazität

Die Studie zeigt, warum KI zunächst Preisdruck erzeugen kann: Computer verteuerten sich binnen Jahresfrist in Europa um rund 10 Prozent, in den Niederlanden um 15 Prozent.

Spätere Produktivitätsgewinne können Kosten senken.

Zentralbanken müssen deshalb Investitionsnachfrage, Angebotseffekte und veränderte Preisgestaltung unterscheiden.

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